Kirchliche Denkmalpflege

Die Kirchenbauten des Erzbistums Berlin mit ihrer künstlerischen Ausstattung gehören in den Zuständigkeitsbereich der Kunstbeauftragten (Wandgemälde, Altäre, Bilder, Skulpturen, liturgisches Gerät).

Dazu gehört nicht nur der liturgische Raum selbst, sondern auch alle Nebenräume, Keller, Speicher und Abstellkammern, in denen Kunstgegenstände ausgelagert sind.
Die Bestandaufnahme in Text und Bild ist Vorraussetzung jeder restauratorischen Maßnahme, die nach Beratung mit der Kunstbeauftragten erfolgen sollte, um unprofessionelle Maßnahmen zu vermeiden. Eine unprofessionelle Restaurierung bedeutet Zerstörung des Kunstwerkes und deutliche Minderung seines historischen, künstlerischen und nicht zuletzt materiellen Wertes - eine kompetente Restaurierung von Figuren, Bildern, Altären und vor allem liturgischer Geräte bedeutet Wertsteigerung. Kirchliche Denkmalpflege heißt Sicherung kultureller Substanz und gehört wesentlich zur Identität jeder Ortskirche.

Restaurierungsbeispiele:

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Heilige Nacht
Kopie nach Antonio Alegri, genannt Correggio (Dresdener Gemäldegalerie)

von Franz Hillner 1767 (1745-1812)
Öl auf Leinwand mit Schmuckrahmen

Das Bild wurde 2009 konserviert und gereinigt.

Die obere Ecke veranschaulicht, wie das Gemälde nach einer Restaurierung aussehen würde. Vor der Restaurierung:
Verschmutzungen und Korrosionsschäden bewirkten ein ungepflegtes Erscheinungsbild des fein gearbeiteten Speisekelches.

Nach der Restaurierung:
Im Ultraschall- und Reduktionsbad konnten die Verschmutzungen gelöst werden ohne Eingriff in die alte Substanz. Eine Neu-
vergoldung war nicht notwendig. Vor der Restaurierung:
Durch die stark verschmutzte Oberfläche, mehrfache, teilweise unsachgemäße Überfassungen und unsensible Ausbesserungen war das festliche und elegante Erscheinungsbild der Figur verdüstert und entstellt. Dies wird u.a. an den Füßen mit den Rosen besonders deutlich.

Nach der Restaurierung:
Eine Befunduntersuchung ließ die ursprüngliche Farbfassung erkennen. Die originale Inkar-natfassung an Gesicht, Hals, Händen und Füßen wurde freigelegt, ebenso die Rotfassung der Rosen auf den Füßen, die Vergoldung am Haar. Die Rotfassung des Untergewandes wurde teilrekonstruiert, die Blaufassung des Innen-mantels gereinigt und retuschiert, ebenso die Goldfassung des Mantels außen. Die Poliment-vergoldung der Krone wurde freigelegt und fehlende Kronenspitzen ergänzt. Vor der Restaurierung:
Ein matt und opak gewordener Firnis, starke Verschmutzung der Bildoberfläche, etliche Rissbildungen und Übermalungen vor allem der dunklen Partien haben die von leuchtender Farbigkeit lebende Bildaussage verunklärt.

Nach der Restaurierung:
Reinigung der Bildoberfläche, Abnahme des alten und dunklen Firnisses und der darunter liegenden Verschmutzung, Abnahme späterer Übermalungen sowie kleine farbliche Retuschen brachten dem barocken Gemälde die ursprüngliche Leuchtkraft wieder.
Dr. Christine Goetz

Dr. Christine Goetz

Kontakt

Erzbischöfliches Ordinariat Berlin - Kunstbeauftragte -
Dr. Christine Goetz
Kunsthistorikerin
Tel.: (030) 326 84-116/329
Fax: (030) 326 84-276
E-Mail: Christine Goetz

Dr. Christine Goetz inventarisiert

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