Ausdruck der kirchlichen EinheitPapst verleiht dem Berliner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki das Pallium

Als Zeichen der Metropolitanwürde erhält Rainer Maria Kardinal Woelki von Papst Benedikt XVI. im Petersdom das Pallium. Foto: Servizio Fotografico

VATIKANSTADT – Papst Benedikt XVI. hat am vorigen Freitag den 44 im vergangenen Jahr ernannten Erzbischöfen das Pallium als Zeichen ihrer Metropolitanwürde verliehen, darunter dem Berliner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki.

In einer feierlichen Zeremonie legte er den Leitern der Kirchenprovinzen aus aller Welt die weiße Wollstola mit schwarzen Kreuzen über die Schulter, die sie künftig über dem Messgewand tragen. Das Pallium sei Ausdruck der kirchlichen Einheit und der Verbundenheit mit dem Papst, betonte Benedikt XVI. bei der Zeremonie. An der Festmesse zum römischen Patronatstag Peter und Paul nahm auch eine hochrangige Delegation des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel teil.

In seiner Predigt sagte der Papst, die Kirche sei von Christus auf dem „Felsen“ Petri errichtet worden; sie könne auch in schwierigen Zeiten auf die Hilfe Gottes vertrauen. Jedoch sei sie keine „Gemeinschaft von Vollkommenen“, sondern bestehe aus Sündern, die zugeben müssten, dass sie der Liebe Gottes bedürften. Auch das „Drama der Geschichte des Papsttums“ sei durch das Miteinander von „göttlicher Gabe“ und menschlicher Schwachheit gekennzeichnet, führte Benedikt XVI. aus. Einerseits sei das Papsttum dank göttlicher Kraft „das Fundament der in der Zeit pilgernden Kirche“. Andererseits sei in dessen Geschichte „auch die Schwäche des Menschen zum Vorschein gekommen“.

Der Papst verwies auf den Apostel Petrus, der Jesus Vorwürfe gemacht habe, als dieser sein Leiden, seinen Tod und seine Auferstehung ankündigte. Schon Petrus sei nicht nur der Fels gewesen, auf den Jesus seine Kirche gebaut habe, sondern zugleich „ein Stein auf der Straße, ein Stein, an dem man anstoßen und zu Fall kommen kann“. Dennoch dürften die Christen auf die Zusage Jesu an Petrus vertrauen, dass sich die von ihm gegründete Kirche gegen die Mächte der Unterwelt behaupten werde.

Erstmals erfolgte die Verleihung der Pallien vor Beginn der Messe. Unmittelbar nach dem feierlichen Einzug in den Petersdom präsentierte der Kardinal-Protodiakon, der Franzose Jean-Louis Tauran, dem Papst die in den vergangenen zwölf Monaten ernannten neuen Metropolitan-Erzbischöfe.

Treue und Gehorsam
Der neue Patriarch von Venedig, Francesco Moraglia, sprach im Namen der übrigen Empfänger die Eidesformel, in der er dem heiligen Apostel Petrus, der Kirche sowie dem Papst und seinen legitimen Nachfolgern Treue und Gehorsam versicherte.

Das Pallium wird aus der Wolle der vom Papst immer Ende Januar gesegneten sogenannten Agnes-Lämmer gewebt und an der Nische direkt am Petrusgrab aufbewahrt.

Berlin, den 05. Juli 2012

KNA

Artikel versenden / Bookmark anlegen