Pressemeldung

St. Hedwigs-Kathedrale und Bernhard-Lichtenberg-HausDezernatsleiter Finanzen und Bau zu Kosten und Finanzierung

01. November 2016 Stefan Förner
Pressesprecher

Vor dem Hintergrund des deutlich erkennbaren Sanierungsstaus sind an der Kathedrale aktuell folgende Problemschwerpunkte festzustellen:

  • Hoher Energieverbrauch, insbesondere durch veraltete, teilweise defekte Heizungs- und Lüftungsanlage
  • Veraltete und unzureichende Elektroinstallation
  • Veraltete Sanitärinstallation
  • Unbefriedigende Raumakustik für Sprache und Musik
  • Feuchteschäden an den Wänden
  • Mangelhafte und fehlende Dämmung der Dachkuppel
  • Starke Verschmutzung von Wand- und Deckenflächen
  • Unzureichende behindertengerechte Erschließung
  • Fehlende Lager- und Sakristeiflächen

Nach der Entscheidung von Erzbischof Dr. Heiner Koch zu einer Umgestaltung der Kathedrale werden Sanierung und teilweiser Neubau des Bernhard-Lichtenberg-Hauses sinnvoll zusammen geplant.

Kosten

Die Kostenermittlung des Büros Sichau + Walter basiert auf den Planungsüberlegungen des Wettbewerbs und schließt einen Umbau der Kathedrale sowie eine Flächenerweiterung mittels Neuerrichtung einer Tiefsakristei unter der Hoffläche zum Bernhard-Lichtenberg-Haus mit ein.

Grundlage ist der Siegerentwurf des Wettbewerbs des Architekturbüros Sichau + Walter:

  • Änderung der Raumkonzeption und einer Erweiterung der Nutzflächen
  • Neuerrichtung einer Sakramentskapelle in der kleinen Rotunde und Auslagerung der Sakristei
  • Neubau einer Tiefsakristei unterhalb der Hoffläche zum Bernhard-Lichtenberg-Haus zur Unterbringung von Technik, Lager, Sakristei, Sanitäranlagen und Aufstellflächen (Einzug) (Kostenanteil Brutto ca. 7,5 Mio EUR)
  • Dämmung/Neueindeckung aller Dachflächen einschließlich Dachentwässerung und Blitzschutz
  • Erneuerung des Glockenstuhls und Erweiterung der Glockenanlage
  • Herstellung einer Öffnung im Kuppelscheitel der Glockenstube einschl. Einbau akustischer Schallelemente zur Verbesserung der Schallabstrahlung
  • Sanierung schadhafter Bauteile der Primärkonstruktion wie Kuppeln, Außenwände u. Innenwände
  • Erneuerung Außentüren und -fenster energetisch optimiert (Isolierverglasung) einschl. erforderlicher Rauchabzugsöffnungen
  • Herstellung behindertengerechter Zugänge, Neuerrichtung einer zweiten Rampe
  • Einbau Aufzuganlage in der Vorhalle zur behindertengerechten Erschließung UG - 2.0G
  • Schließung Bodenfläche im Hauptraum der Kathedrale für 550 - 740 Personen
  • Einrichtung von Nebenräumen für Küster (Lager, WC) und Beichtgelegenheiten
  • Einbau flexibel steuerbarer, mobiler Hubpodien unter der Orgel als Aufstellfläche für den Chor
  • Akustikbekleidung von Kuppel und Wänden, ergänzt durch mobile Akustikelemente für Sonderveranstaltungen
  • Einbau einer behindertengerechten Rampe als Übergang vom Hauptraum zur Sakramentskapelle
  • Anordnung eines zentralen Zugangs von der Vorhalle zur Unterkirche
  • Neufassung Unterkirche als Tauf- und Werktagskapelle für 80-140 Personen
  • Neufassung der Kapellen und Grabanlagen als künstlerisch gestaltete Memorialorte
  • Behindertengerechte Neugestaltung der Platzfläche zwischen Kirche und Bernhard-Lichtenberg Häusern einschl. Beleuchtung
  • Erneuerung der Heizungsanlage als Niedertemperatur-Flächenheizung (Fußbodenheizung)
  • Erneuerung der Lüftungsanlagen einschl. Wärmerückgewinnung
  • Erneuerung der Elektroinstallation und Beleuchtung
  • Schaffung von Sanitär-Bereichen in allen Geschossen einschl. Behinderten-WCs
  • Verbesserung des Brandschutzes (Fluchtwege, Abschlüsse, Türanlagen, Entrauchungsanlagen)
  • Ausstattung mit neuem Mobiliar/ liturgischem Gerät/ Kunstobjekten gem. Anforderungen des EBO

Kosten: ca. 43 Mio. EUR brutto


Bernhard-Lichtenberg-Haus: Sanierung „Altbau“, Abriss „Neubau“ und Errichtung eines neuen unterkellerten Baukörpers

Das Bernhard-Lichtenberg-Haus und die St. Hedwigs-Kathedrale bilden zusammen ein geistig-geistliches Zentrum. Um auch Aspekte der Bildung zur Geltung zu bringen und ein niederschwelliges Caritasangebot zu integrieren, muss das Bernhard-Lichtenberg-Haus bei einer Sanierung bzw. bei einer Neugestaltung einbezogen werden. Es ist davon auszugehen, dass der Anbau aus den 70er Jahren komplett abgerissen und neu gebaut werden muss.

Vorgesehen ist:

Umbau der „Bernhard-Lichtenberg-Häuser“ auf der Grundlage des Ideenentwurfs von Sichau & Walter mit:

  • Schaffung von Räumen für eine wissenschaftliche Bildungseinrichtung
  • Schaffung einer attraktiven Begegnungsstätte mit Ausstellungsräumen und Kaffee (Kathedralforum)
  • Integration eines niederschwelligen Caritasangebots
  • Herstellung neuer Räume für Domgemeinde, Dompropstei und Domchor an/neben der Kathedrale als katholisches Zentrum
  • Dienstsitz des Erzbischofs von Berlin mit Büros

Bauliche Umsetzung mittels:

  • Kernsanierung des bestehenden Bauteils „Altbau“
  • Abriss des bestehenden Bauteils „Neubau“ und Errichtung eines neuen unterkellerten Baukörpers mit vier Vollgeschossen
  • Errichtung eines zusätzlichen Staffelgeschosses
  • Schaffung zusätzlicher Nutzflächen bzw. Räume (Flächenreserve)

Geschätzte Herstellungskosten: ca. 17 Mio. EUR brutto

Geschätzte Gesamtkosten: ca. 60 Mio. EUR brutto

 

Finanzierung:

Das Erzbistum Berlin strebt eine Drittel-Finanzierung an aus eigenen Leistungen, kirchlicher Unterstützung sowie öffentlichen und privaten Mitteln.

  1. Das Erzbistum Berlin hat vor dem Hintergrund des deutlich erkennbaren Sanierungsstaus Rücklagen gebildet in Höhe von rund 20 Mio. EUR.
  2. Die Bischofskonferenz unterstützt das Ziel, die St. Hedwigs-Kathedrale und das Bernhard-Lichtenberg-Haus zu einem geistlich-geistigen und caritativen Zentrum werden zu lassen, dessen Strahlkraft über die Grenzen des Bistums weit hinausreicht. Der Verband der Diözesen Deutschlands unterstützt eine Stärkung des Ortes im Bewußtsein der gewachsenen Bedeutung der Kathedrale für die Katholische Kirche in ganz Deutschland. Er hat daher beschlossen, zur Finanzierung der Sanierung und des Umbaus der St. Hedwigs-Kathedrale und des Bernhard-Lichtenberg-Hauses eine Unterstützung in Höhe von 10 Mio. EUR aufzubringen durch eine Kostenumlage unter Beteiligung aller (Erz-)Diözesen auf Basis des üblichen Verteilungsschlüssels. Das Erzbistum Berlin ist selbst auch beteiligt, größere Bistümer zahlen entsprechend der Kirchensteuereinnahmen und der Katholikenzahl mehr als kleinere. Zusätzlich haben einzelne Bistümer darüber hinaus eine erhebliche finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt.
  3. Mit der Entscheidung für eine Umgestaltung werden Anträge für eine Förderung durch den Bund und das Land gestellt. Schließlich haben auch private Geldgeber eine finanzielle Unterstützung angekündigt.