Radiowort

Freie Bürgerschule Wedding – eine Privatschule ohne Schulgeld

20. März 2014 Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki

Im Wedding soll eine private Sekundarschule entstehen – eine ohne Schulgeld. Das ist ungewöhnlich, denn üblicherweise können freie Träger nicht auf eine Kostenbeteiligung durch die Eltern verzichten.
Die Schule trägt den Namen: Freie Bürgerschule Wedding. Gründungspartner ist die Bürgerplattform Wedding/Moabit. Mehr als 40 Gruppen sind darin organisiert – Deutsche und  Türken, Afrikaner und Araber, Kirchengruppen, Moschee-Gemeinden, Vereine und Firmen. Sie alle engagieren sich unter anderem für bessere Bildungschancen. Die Gründermütter und -väter der neuen Schule wollen, dass möglichst alle Schüler zu einem guten Abschluss geführt werden. Bisher verlässt in manchen Weddinger Kiezen fast jeder dritte Jugendliche die Schule ohne Abschluss. Soziale Konflikte sind die Folge.

Die Bürgerplattform will für ein soziales Umfeld sorgen, in dem ein Ort des gemeinsamen Lernens und Lebens möglich ist. Keiner soll schablonenartig auf seine kulturellen, religiösen oder sozialen Hintergründe reduziert werden; unterschiedliche Haltungen und Umgangsformen sollen respektiert werden.

Pädagogisch setzen die Schulgründer auf individuelle Förderung. Sie werden mit Firmen und Vereinen im Kiez kooperieren. Die Schüler sollen unterschiedliche Kulturen sowohl kennen als auch achten lernen. Man wolle „das Miteinander lernen“, heißt es.

Eine Herausforderung bleibt die Finanzierung - so ganz ohne Schulgeld. Spenden und Patenschaften sind daher willkommen. Auch hofft man, dass das Land Berlin, wie bei staatlich genehmigten Privatschulen üblich, die Personalkosten anteilig übernimmt. Das Projekt Freie Bürgerschule Wedding hat eine Chance verdient.

Ich wünsche Ihnen, liebe Hörerin, lieber Hörer, ein gutes Wochenende.

Wort des Bischofs

vierzehntägig samstags, 9.50 Uhr

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