24. September 2011Rückschau auf den Papstbesuch

Zwei Tage liegt es nun schon zurück, das große Ereignis des Papstbesuchs in Berlin. Im Bundestag hat Benedikt der XVI. eine große Rede an Politik und Öffentlichkeit gerichtet, im Olympiastadion haben die Berlinerinnen und Berliner ihm zum Gottesdienst einen großartigen Empfang bereitet. Zur Stunde feiert der Heilige Vater mit vielen tausend Gläubigen eine Messe auf dem Domplatz in Erfurt, am Nachmittag wird er in Freiburg erwartet. Ich bin überzeugt, dass es sich auch für kritische Geister lohnt, zu hören, was er zu sagen hat, auch wenn nicht alle allem zustimmen werden.

Mit dem Papst ist für uns Katholiken die ganze katholische Weltkirche nach Deutschland gekommen. Deshalb werden wir auch bei unseren Gottesdiensten und Begegnungen mit dem Heiligen Vater die Welt mit ihren aktuellen Problemen nicht ausklammern. Dies ist mir wichtig zu betonen, auch vor dem Hintergrund vereinzelter kritischer Stimmern, die die vermeintlich hohen Kosten des Papstbesuchs kritisiert haben.

Wir haben uns entschieden, ein großes Fest des Glaubens zu feiern. Damit 70.000 Menschen im Olympiastadion und Millionen Menschen in aller Welt feiern konnten, mussten wir viel Geld in die Hand nehmen. Insgesamt 3,5 Millionen Euro haben wir dafür in Berlin veranschlagt. Das mag Ihnen sehr viel vorkommen und das ist auch sehr viel. Aber sicher pflichten Sie mir bei, dass es unmöglich ist, für einen Gottesdienst Eintritt zu verlangen, wie etwa bei einem Konzert oder Fußballspiel.

Seien Sie versichert: das Geld, das wir für den Papstbesuch ausgeben, wird nicht zu Lasten unseres sozialen und caritativen Engagements gehen. Auch die Hungersnot in Afrika gerät dadurch nicht aus dem Blick, im Gegenteil: Aus Anlass des Papstbesuchs wurde der „Benedikt Ostafrikafonds“ aufgelegt. Ziel ist es, dem Heiligen Vater finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen für eine schnelle und wirksame Hilfe vor Ort. Wir, die deutschen Diözesen, werden diesen Fonds finanziell ausstatten. Ich lade Sie herzlich dazu ein, sich daran zu beteiligen und gemäß Ihren Möglichkeiten zu spenden.

Ich wünsche Ihnen, liebe Hörerin und lieber Hörer, einen segensreichen und erholsamen Sonntag.

Erzbischof Dr. Rainer Maria Woelki

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