Reingelesen

Liebe in Suppenschüsseln

05. Dezember 2017 Walter Plümpe

Erzbischof Heiner Koch (rechts) und Daniel Botmann, Geschäftsführer vom Zentralrat der Juden, füllen die Suppenschüsseln von Bedürftigen in der Suppenküche der Franziskaner. | Fotos: Walter Plümpe

Ein Zeugnis der tätigen Nächstenliebe gaben am Welttag der Armen Erzbischof Heiner Koch und Daniel Botmann vom Zentralrat der Juden: Sie füllten in der Suppenküche der Franziskaner die Schüsseln der Bedürftigen.

Statt Bischofsgewand die Küchenschürze, statt Bischofsstab die Suppenkelle: Erzbischof Heiner Koch half am Welttag der Armen in der Suppenküche der Franziskaner bei der Essensausgabe. Er traf dort auf den Geschäftsführer des Zentralrats der Juden, Daniel Botmann, zum jüdischen „Mitzvah Day“. Gemeinsam füllten sie die Suppenschalen der Gäste mit koscherer Hühnersuppe. Diese wurde vom Zentralrat gespendet.

Wie Elisabeth die Armen integrieren

Am Festtag der heiligen Elisabeth sollte ihr Vorbild dazu anspornen, die Armen in unserer Gesellschaft zu integrieren, sagte Erzbischof Koch – so, wie auch die Heilige die Armen an ihren Tisch gebeten habe. Er freute sich, dass Papst Franziskus den Tag der Armen initiiert hatte. Sein Anliegen: „Liebt nicht in Worten, sondern in Taten!“

Bernd Backhaus, Leiter der Suppenküche, lud Gemeinden und kirchliche Gruppen ein, ebenfalls bei der Essensausgabe und der Gästebetreuung mitzuhelfen. Dienstags bis sonntags kommen bis zu 350 Gäste. Von 9 Uhr bis 11 Uhr ist Frühstücksausgabe, von 12.45 bis 14.30 Uhr Mittagessen.

Mitarbeiter des Zentralrats der Juden verteilten ehrenamtlich kleine Geschenke und Pita-Brote zum bundesweiten „Mitzvah Day“, dem Tag der guten Taten. Daniel Botmann sagte: „Das Gebot, Menschen in Not zu helfen, haben Juden und Christen gemein. Unsere Mithilfe soll anderen Mut machen, sich sozial zu engagieren.“

Applaus für „Bei mir bist du schön“

Bruder Andreas Brands vom Franziskanerkloster freute sich wie die Gäste über die Unterstützung. „In einer Zeit, in der wir das Miteinander als einzig zukunftsweisende Haltung und Aktion verstehen, ist es ein Zeichen gegenseitiger Wertschätzung.“ Auch an Heiligabend ist Erzbischof Koch traditionell wieder Gastgeber in der Suppenküche. Vielleicht spielt dann auch die Gruppe KlezBanda wieder auf, die den Tag der Armen mit zumeist jiddischen und hebräischen Liedern bereicherte. Besonders herzlichen Applaus ernteten sie für den Musical-Song „Bei mir bist du schön“.

Kontakt zur Suppenküche in der Wollankstraße 19, Berlin-Pankow: 0 30 / 48 83 96 60