Wo Glauben vor Ort Raum gewinnt

Fünf Modellprojekte gesuchtAusschreibung für „Fundraising in den Pastoralen Räumen“

03. Mai 2017 Alfred Herrmann

Nehmen wir einmal an: eine Pfarrei in einem Pastoralen Raum betreibt erfolgreich eine Suppenküche für Obdachlose und arme Menschen. Der Andrang ist mittlerweile so groß, dass die Verantwortlichen über einen zweiten Standort in einer weiteren Pfarrei des Pastoralen Raums nachdenken. Doch es fehlt an Freiwilligen, an Sachspenden, an Geld. Was also tun?

„Fundraising kann in solch einer Situation durchaus helfen“, ist Uta Bolze überzeugt. Die Koordinatorin für Fundraising-Entwicklung bereitet das Modellprojekt „Fundraising in den Pastoralen Räumen“ der Stabsstelle des Erzbischofs „Wo Glauben Raum gewinnt“ vor. Mit einer Ausschreibung werden fünf Projekte im Erzbistum Berlin gesucht, die sich über zwei Jahre unter anderem durch das Zentrum für Systemisches Fundraising (ZSF) und dem Fundraisingbüro im Bistum Hildesheim (frb) professionell begleiten lassen wollen. Die Projekte können in einer Pfarrei oder aber auch an einem Ort kirchlichen Lebens in einem Pastoralen Raum angesiedelt sein.

Begleitung und Qualifizierung

„Wir suchen pastorale Projekte mit sozialräumlichen Bezug, die bereits etabliert sind, aber ,neuen Schwung‘ brauchen oder bei denen sich eine Finanzierungslücke aufgetan hat“, erklärt Bolze. Geboten werde kompetente Beratung und Qualifizierung, jedoch keine Projektentwicklung. Die Teilnahme beinhalte umfangreiche Hilfe zur Selbsthilfe, betont die Koordinatorin, unter anderem eine externe Prozessberatung sowie eine fachliche Fundraising-Fortbildung. Daher sollte sich für die zwei Jahre ein verlässliches Projektteam vor Ort bilden, zwei bis drei ehren- oder hauptamtliche Mitarbeiter aus den sich bewerbenden Pfarreien oder katholischen Einrichtungen, die sich zu Verantwortlichen für Fundraising in ihren Pastoralen Räumen ausbilden lassen. „Wir bieten die Begleitung und das entsprechende Know-how, damit die Teilnehmer selbständig für ihr Projekt ein Fundraising-Konzept entwickeln und dieses erfolgreich umsetzen“, so Bolze.

Die Mitarbeiterin der Stabsstelle setzt auf Offenheit für Veränderung bei den Bewerbern. Denn eine Entscheidung für ein gezieltes Fundraising stelle die Beteiligten vor neue Herausforderungen in der Organisation und Finanzierung von Projekten. Bolze: „Bislang bewährte Haltungen und etablierte Denk- und Handlungsmuster können in diesem zweijährigen Prozess durchaus kritisch hinterfragt und verändert werden.“ Bewerbungsschluss ist der 15. Juni.

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