50 Jahre St. Dominicus Generalvikar Przytarski zelebriert Festgottesdienst in der Gropiusstadt

2. Oktober, halb eins in der Nacht auf facebook: „50 Jahre katholische Gemeinde und Glaubenszeugnis in der Gropiusstadt. Es war ein wunderbares Fest. Gott ist da, viele Gäste, zum Essen und Trinken gab es sehr gut und genug, viele haben mitgeholfen, man hat 1000 Geschichten gehört ... und jetzt ist sogar alles aufgeräumt.“

„Als wir hierher zogen mit unseren kleinen Kindern, sind wir sonntags immer nach St. Joseph Rudow gegangen. Die U-Bahn gab es noch nicht, so stapften wir durch Matsch und Lehm und fuhren mit der Straßenbahn.“, weiß Familie Czech zu berichten, die von Anfang an dabei war. Pfr. Ambrosius Soldes durfte dann die Gemeinde in der Gropiusstadt gründen und weil sein Herz voll dominikanischer Spiritualität war, nannte er die Neuen „Dominicaner“. „Und so kamen die „Kellerkinder“. Die ersten, die hier in der Gemeinde St. Dominicus getauft wurden, wurden in der Waschküche im Keller eines Wohnhauses getauft“, so berichtet Frau Rastemborski. Kirche war in der Schule am Efeuweg, also Stühle stellen, Tische räumen … Sonntag für Sonntag. Heute sitzen wir in der nach dem II. Vatikanischen Konzil gebauten Kirche, die nächstes Jahr 40 wird, rund um den Altar. Frau Strzelczak, die aus Polen zuzog, erzählt von ihrem ersten Gottesdienstbesuch hier – als sie noch kein Deutsch verstand: „Ich wusste nicht ob ich richtig bin, Mädchenministranten und lebendige Kirche, ist das evangelisch?“ Heute ist sie Erstkommunionkatechetin. Herr Wochnik entdeckte beim ersten Kirchenbesuch jemand aus seinem polnischen Dorf … und dachte wenn die auch hier sind, dann finden auch wir hier ein Zuhause.

Herr Alderi brachte seine arabische Bibel zum Altar – „…die habe ich von zuhause aus dem Irak mitgenommen“. Ich bin froh, hier ein Zuhause gefunden haben. Beide Familien sind ehrenamtliche Küster. Frau Kelm, die den Gemeindetreff Sonntag für Sonntag organisiert, schwärmte von ihrer Kirche in Bukarest … und „dann das hier, da muss man sich erst daran gewöhnen. Jetzt nach fast 30 Jahren ist es wunderschön. Hier ist mein zu Hause.“

Es gab Kaffee mit vielen selbstgebackenen Torten und Kuchen und vielen Erzählungen, dem Blick in alte Poesie- und Fotoalben. Frau Schmülling, ehemalige Caritasreferentin, hatte schon damals die Aufgabe ehrenamtliche Helfer zu gewinnen und ein Netzwerk zwischen Caritas und Gemeinde zu knüpfen. Heute suchen wir vielleicht nicht mehr Helfer, sondern Menschen, die Verantwortung übernehmen und die ihre Charismen einbringen, die das Senfkorn des Glaubens immer wieder wachsen lassen und Gemeinde immer wieder neu gründen. Frau Goerigk berichtete von den Familienreisen mit dem RKW-Thema und Frau Winkler als erste Gemeindereferentin von ihrer Arbeit damals.

Die hl. Messe feierte der Generalvikar Przytarski, als ehemaliger Kaplan. Pfr. Tippelt setzte sich während seiner Predigt immer wieder zu Gemeindegliedern und ließ sie von den Anfängen des Glaubens hier in der Gropiusstadt berichten. Musikalisch war es wunderbar vielfältig – zwei Chöre, die Kids- und Männerband und ehrenamtlich mit uns verbundene Organisten. Gottesdienst – Danksagung, ein Fest des Glaubens.
Am Abend brachte unsere Küche St. Dominicus Paletten von Fingerfood, Jugendliche aus dem Firmkurs halfen unter Leitung von Sarah aus dem PGR, auf der Leinwand liefen Fotos von damals „ach weißt du noch … und guck mal da…“

Gewiss sind 50 Jahre Kirche in der Gropiusstadt ein bunter Fliegenkleks in der Kirchengeschichte, doch viele Fliegenklekse in unserer Stadt geben ein buntes Bild des Glaubenszeugnisses. Wir gestalten Kirche und Gesellschaft.

Am Dienstag holte ein Gast seinen vergessenen Regenschirm und sagte tiefsäufzend: „Ach … war das ein schönes Fest.“