"Auf die Knie, fertig, los!"Der Diözesane Weltjugendtag begeisterte hunderte Jugendliche (Kopie 1)

Prozession in Kreuzberg, Foto: Thomas Marin

Bis auf den letzten Platz, nein, noch deutlich voller, präsentierte sich die Schöneberger St. Matthias-Kirche auf dem Winterfeldtplatz am Samstag vor dem Palmsonntag. Am Diözesanen Weltjugendtag feierte Rainer Maria Kardinal Woelki mit 700 überwiegend jugendlichen Gläubigen die Heilige Messe. Die Vielfalt katholischen Lebens in Berlin wurde nicht nur durch die T-Shirts der Kroaten, Spanier und Maroniten sichtbar. Zur Gabenprozession wurden neben Brot und Wein auch Nationalfahnen einiger muttersprachlicher Gemeinden vor den Altar gebracht.

Mit persönlichem Zeugnis und Gitarre

Besonderer Ehrengast war der Jugendbischof der deutschsprachigen Schweiz, Weihbischof Marian Eleganti OSB aus Chur. Schon im Vorfeld hatte er die Jugendlichen mit einem Internetvideo eingeladen, sich auf den Weg nach St. Matthias zu machen. Am Samstag hielt er die Katechese zur Botschaft des Papstes für den diesjährigen Weltjugendtag, der unter dem Thema "Selig, die arm sind vor Gott" stand. Mit persönlichem Zeugnis und Gitarre begeisterte er die Zuhörer am Nachmittag. Zuvor luden aber das Gelände und die Räume der Katholischen Schule St. Franziskus zu über 30 Workshops und Angeboten ein. Vom Beichtworkshop und der Hinführung zum Gebet unter dem Titel "Auf die Knie, fertig, Los" über die Schutzengel-Aktion von Missio und eine gut besuchte Lesung der Autorin Esther Maria Magnis bis zur Orgel- und Glockenführung in St. Matthias war für jeden etwas dabei.

Nach der Katechese mit Weihbischof Eleganti zogen die Teilnehmer in Prozession durch die Straßen Berlins, unter dern Yorckbrücken hindurch, nach St. Bonifatius in Kreuzberg, wo der Weltjugendtag mit der Anbetung im Nightfever-Stil und einem Imbiss ausklang.

In guter Tradition

Der Diözesane Weltjugendtag geht auf die Initiative Papst Johannes Paul II. zurück. Neben den weltweiten Treffen, die etwa jedes dritte Jahr begangen werden, findet er in den Diözesen am Palmsonntag oder dem Vortag statt. Im Erzbistum Berlin fanden erste derartige Treffen in den 1990er Jahren statt, die aus der polnischen Oase-Bewegung hervorgingen. Nach dem Weltjugendtag 2005 in Köln gab es kleinere Initiativen in den Dekanaten Potsdam und Zehlendorf. Ähnlich große Treffen wie in diesem Jahr fanden 2009 in St. Bonifatius und 2010 in St. Ludwig in Wilmersdorf statt. Eine derart große Resonanz wie in diesem Jahr gab es aber noch nie. Die eindrucksvolle Präsenz der fremdsprachigen Gemeinden in Berlin, der Einsatz von gut 100 Jugendlichen als Botschafter in den Gemeinden und Schulen und vor allem das Engagement der Helfer aus St. Matthias und der Franziskusschule ließen den Weltjugendtag 2014 zu einem großartigen Erlebnis werden, das nach den Worten Kardinal Woelkis zeigte, wie jung die Kirche von Berlin ist.