„Ersti“-Sein im Corona-Semester

Foto: Roman Bäcker

Das Wintersemester startet in diesem Jahr mit zwei Wochen Verspätung, und so gut wie alle Lehrveranstaltungen müssen wegen Corona online stattfinden. Das ist hart, vor allem für die Erstsemester oder „Erstis“ an den Universitäten. Online ist es kaum möglich, sich in dieser fremden neuen Welt zu orientieren oder andere Studienanfänger kennenzulernen. Noch schwieriger ist die Lage für „Internationals“, so nennen wir ausländische Studierende. Trotz Reisebeschränkungen sind auch in diesem Jahr viele zum Studium nach Deutschland gekommen und müssen sich nun in einem fremden Land zurecht finden, ohne die eigenen vier Wände verlassen zu dürfen. Viele leiden auch unter finanzieller Not, weil klassische Studentenjobs weggefallen sind. 

Mich als Hochschulpfarrer in Berlin bewegt diese Lage. Die Katholische Studierendengemeinde in Berlin und auch die anderen hochschulpastoralen Standorte im Erzbistum unternehmen alles in ihrer Macht stehende, um durch neue Formen der Begegnung und Seelsorge diesen jungen Menschen zur Seite zu stehen. Studierende sind sehr technikaffin, und so helfen digitale Kommunikationswege miteinander in Verbindung zu bleiben. Es ist ein Segen, dass wir in unseren Kirchen weiterhin Gottesdienste feiern dürfen und so Begegnung ermöglichen: Begegnung miteinander und Begegnung mit Gott. Das Erzbistum und private Spender haben Mittel zur Verfügung gestellt, um soziale Härten zu mildern, denn immer wieder fallen Einzelne durch das Raster staatlicher Hilfen.

Wir sind alle als Kirche aufgerufen, für diese junge Menschen da zu sein und darauf achten, dass niemand vergessen wird. Viele Gemeinden, auf deren Gebiet es z.B. Studentenwohnheime gibt oder viele in WG’s wohnen, tun dies bereits. Schön ist darüber hinaus, dass das keine Einbahnstraße ist. Schon im ersten Lockdown haben die Studierenden eine große Kreativität an den Tag gelegt, wie Bedürftigen geholfen werden kann, und das wird auch jetzt wieder der Fall sein. So eine Notlage mobilisiert Energien. Nutzen wir sie und unterstützen einander seelisch und materiell!