Mit meinem Gott springe ich über Mauern

Foto: Gregor Podschun


Mit zwei geistlichen Bildern beginnt die Schulung zur Prävention sexualisierter Gewalt: „Mit meinem Gott springe ich über Mauern“ und „In Gottes Händen“. Diese Bilder zeigen die Ziele der Schulungen: Einerseits das Stärken der Kinder und Jugendlichen, ihnen Freiräume geben, ihnen Partizipation und Selbstbestimmung zukommen lassen. Andererseits eine Haltung von Achtsamkeit und Sensibilität zum Schutz. Beides sollte den ehrenamtlichen und hauptberuflichen Mitarbeiter*innen selbstverständlich sein.
Jedoch stellen wir Schulungsreferent*innen immer wieder fest, dass die Schulungen in Gemeinden und Einrichtungen auf Widerstand stoßen. Ehrenamtliche äußern, dass sie keine zusätzlichen zeitlichen Kapazitäten investieren können. Auch wollen sie sich in ihrer Arbeit nicht einschränken oder befürchten unter Generalverdacht zu stehen. Diese Haltung ist nachvollziehbar, denn der Schutz von Kindern und Jugendlichen ist mit Aufwand verbunden. Doch dieser Aufwand ist gerechtfertigt. Jeder Aufwand wäre gerechtfertigt! Es muss uns wert sein, nur einen einzigen Tag zu investieren und unser Engagement dauerhaft achtsam zu gestalten.

Der Aufwand auf diözesaner Ebene ist größer. Positiv ist, dass die katholische Kirche durchaus als Vorreiterin in der Prävention sexualisierter Gewalt geworden ist. Das Vorgehen im Erzbistum Berlin ist professionell und qualitativ hochwertig. Durch die neue Rahmenordnung zur Prävention sexualisierter Gewalt werden jedoch neue Aufgaben an die Präventionsbeauftragten in Diözesen, Verbänden und Einrichtungen gegeben. Der personelle Aufwand muss somit erhöht werden.

Auf überdiözesaner Ebene widmen sich Katholik*innen den strukturellen und inhaltlichen Fragen im Synodalen Weg. Auf den Teilnehmer*innen liegt die große Verantwortung den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Fokus zu haben. Der Aufwand, den die Bischöfe mit Veränderungen betreiben werden müssen, wird enorm groß sein. Doch auch hier gilt: Das ist es wert!
Gemeinsam mit unserem Gott können wir es schaffen, über Mauern zu springen.

Gregor Podschun ist Diözesanvorsitzender des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Diözesanverband Berlin er wurde vom ZdK in die Plenarversammlung des Synodalen Wegs berufen.