Unterstützung für die DiasporaMitgliederversammlung des Bonifatiuswerks im Erzbistum Berlin e. V.

Karl-Heinz Eimertenbrink erläutert das Angebot des „Bonifatius Stiftungszentrums“. Foto: Herrmann

„Auch meine Gemeinde besteht zu einem Drittel aus polnischen Christen“, meldet sich Pater Theo Wenzel zu Wort. Der Pfarrer leitet mit Heilig Kreuz in Frankfurt an der Oder eine Pfarrei an der deutsch-polnischen Grenze. Sie wächst dank des Zuzugs polnischer Katholiken. Diese in das Gemeindeleben zu integrieren, sei allerdings nicht einfach. Er erzählt von ersten Schritten, von einer monatlichen Sonntagsmesse mit polnisch sprachigen Elementen und einem sich anschließenden internationalen Kirchencafé, das von polnischen Katholiken gerne besucht wird. „Beten Sie dafür, dass wir dieses Geschenk, das uns mit dem polnischen Zuzug gegeben ist, entfalten können.“

Pater Theo Wenzel nimmt an der Mitgliederversammlung des Vereins „Bonifatiuswerk im Erzbistum Berlin“ teil. Rund 30 meist ältere Damen und Herren sind wie er der Einladung in den kleinen Saal im Dachgeschoss des Erzbischöflichen Ordinariats gefolgt. Soeben hat Hermann Fränkert-Fechter, der Geschäftsführer des Vereins, das Projekt „Glaube ohne Grenzen“ vorgestellt. Für zwei Jahre finanziert die Glaubenshilfe des „Bonifatiuswerks der deutschen Katholiken“ die Projektstelle von Klaudia Wildner-Schipek. Sie widmet sich der Integration zugezogener polnischer Katholiken in die Kirchengemeinden an der deutsch-polnischen Grenze. Ihr Büro bezog Wildner-Schipek in Löcknitz in der Pfarrei Pasewalk. Dort hat sich die Zahl der Katholiken in wenigen Jahren mehr als verdoppelt. Eine Herausforderung für die Kirche in der Diaspora.

Der Verein „Bonifatiuswerk im Erzbistum Berlin“ unterstützt die Arbeit des „Bonifatiuswerks der deutschen Katholiken“ in Paderborn, das bundesweite Spendenhilfswerk für das katholische Leben in der Diaspora. Zugleich sensibilisiert er für die Belange der katholischen Christen in der Diaspora. So unternimmt er einmal im Jahr eine Tagesfahrt, um die Situation in der Diaspora im Erzbistum sowie Projekte, die das Bonifatiuswerk fördert, näher kennenzulernen. In diesem Jahr findet die beliebte Fahrt zum zehnten Mal statt und soll daher über die Grenze des Erzbistums hinausführen: nach Görlitz, kündigt Msgr. Martin Pietsch an. Er ist Vorsitzender des Vereins.

Während der Mitgliederversammlung führen Pfarrer Pietsch und die Vorstandsmitglieder anschaulich vor Augen, in welchen Bereichen das „Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken“ das Glaubensleben im Erzbistum Berlin unterstützt. Msgr. Pietsch spricht zunächst die Verkehrshilfe an, die im vergangenen Jahr zwei Pfarreien die Anschaffung von zwei rapsgelben Boni-Bussen ermöglichte. Dann geht er auf die Kinder- und Jugendhilfe des Bonifatiuswerks ein. Sie fördert jedes Jahr die Religiösen Kinderwochen (RKW). „Für das Lutherjahr haben wir erstmals ein ökumenisches Material zum Thema „Miteinander zum Geschenk“, das in der katholischen RKW wie auch in der evangelischen Kinderbibelwoche zur Anwendung kommt“, erklärt Msgr. Pietsch eine Besonderheit in 2017. Dass die Kinder- und Jugendhilfe neben RKW, Frohen Herrgottsstunden und katholischen Kitas auch sozial-karitative Projekte unterstützt, darauf verweist Alfred Herrmann. Als Beispiel stellt das Vorstandsmitglied den Ambulanten Kinderhospiz- und Familienbesuchsdienst der Caritas vor.

Ursula Erler geht detailliert auf die Bau-Projekte ein, die 2017 von der Bauhilfe des Bonifatiuswerks gefördert werden. So gibt das Spendenhilfswerk unter anderem Mittel für den Umbau der Sakristei in Rathenow zur Werktagskapelle, zur Neueindeckung des Kirchturms von St. Clara in Neukölln und zur Neugestaltung der Essensausgabe im Ottoheim in Zinnowitz. Das Vorstandmitglied spricht zudem die Projekte an, die 2016 fertiggestellt wurden, wie die Sanierung der Turnhalle in der Grundschule St. Ludwig in Wilmersdorf, die auch als Gemeindesaal genutzt wird, oder die Neugestaltung der Außenanlagen im Christian-Schreiber-Haus in Alt-Buchhorst.

Als Gäste kann Msgr. Pietsch Karl-Heinz Eimertenbrink und Andreas Kaiser begrüßen. Sie kommen vom „Bonifatius Stiftungszentrum“ in Paderborn und erläutern, wie man durch Stiftungen und Vermächtnisse das katholische Glaubensleben in der Diaspora unterstützen kann. „Das Stiftungszentrum hat nicht die Aufgabe, die Fördermittel zu verteilen, sondern das Stiftungszentrum steht auf der anderen Seite der Medaille“, betont Eimertenbrink, „das Bonifatiuswerk kann immer nur helfen, wenn es auch finanzielle Mittel zur Verfügung hat.“ Es sei ein reines Spendenhilfswerk, das allein durch Kollekten, Spenden und eben durch das Stiftungszentrum Geld für die Diaspora erlöst. Anders wie so manch anderes katholisches Hilfswerk bekommt das Bonifatiuswerk keine Kirchensteuermittel für seine Projekte in Deutschland. Eimertenbrink weist daher auch auf den Diaspora-Sonntag 2017 hin. Am 19. November sammeln die katholischen Christen in ganz Deutschland in ihren Gottesdiensten für das Bonifatiuswerk und damit für die Belange der Katholiken in der Diaspora.