Hilfreich und bestärkend

Die Kursteilnehmerinnen zusammen mit Fachberaterinnen aus den Diözesen, Referenten und weiteren Verantwortlichen bei der Übergabe der Abschluss-Zertifikate im Erfurter Bildungshaus St. Ursula. Foto: Bildungshaus St. Ursula, Erfurt

17 angehende oder bereits aktive Kita-Leiterinnen aus Ostdeutschland haben eine berufsbegleitende Fortbildung absolviert. Wichtig dabei waren ihnen nicht zuletzt die spirituellen Impulse und der Austausch untereinander.

„Ich bin durch den Kurs für meine Aufgaben wesentlich sicherer und selbstbewusster geworden“, sagt Annette Schröer. Die studierte Betriebswirtin und Erzieherin leitet seit 2019 die Caritas- Kindertagesstätte Mariä Himmelfahrt in Berlin-Spandau. Gemeinsam mit weiteren 15 Teilnehmerinnen und einem Teilnehmer hat sie in Erfurt die berufsbegleitende Fortbildung „Kindertageseinrichtungen leiten“ absolviert und ist davon noch immer sehr angetan. Viel habe ihr zum Beispiel der Themenkomplex Teambuilding gebracht.

„Ich bin aus dem Kurs gestärkt herausgegangen“, sagt Janet Pechstein, die ebenfalls an der Fortbildung teilgenommen hat. „Die Kurswochen haben mich wirklich weitergebracht“, sagt die Diplom-Sozialpädagogin und Leiterin des Caritas-Kindergartens „Lebensbaum“ in Chemnitz „Es wurde eine Menge Wissen vermittelt und vieles besprochen und auch erprobt, was für meinen Dienst als Leiterin wichtig ist. Es ging um Elternarbeit, Kindeswohl, Teamleitung ....“

Die zweijährige Fortbildung war am 9. September zu Ende gegangen. Sie wird von der Katholischen Heimvolkshochschule St. Ursula Erfurt und dem Forum Bildung der Caritas Ost angeboten und fand zum wiederholten Mal statt. Sie soll angehende und bereits leitende Mitarbeiterinnen in Kindertageseinrichtungen berufsbegleitend für ihre Tätigkeit vorbereiten oder darin stärken. Dabei soll „immer wieder die Frage nach der Profilbildung als katholische Kindertageseinrichtung“ vor Augen sein, sagte die Erfurter Diözesancaritas-Direktorin Monika Funk bei der Abschlussveranstaltung. Denn „das christliche Menschenbild ist unser Alleinstellungsmerkmal gemeinsam mit der Diakonie.“

Aus Pfarrei- und Caritas- Kindertagesstätten

Pechstein und Schröer hat besonders die Begegnung mit den Kolleginnen gut getan: „Sehr gefallen hat mir, dass wir als Leiterinnen aus Pfarrei- und Caritas-Einrichtungen zusammenwaren und uns austauschen konnten. Diesen Kontakt wollen wir weiter pflegen“, sagt Pechstein.

Die Ausbildung fand in einer besonders herausfordernden Situation statt, stellte Caritas- Direktorin Funk bei der Abschlussveranstaltung fest und zitierte Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa im Blick auf die bundesweite Situation. Die Kindertageseinrichtungen, so Welkop- Deffaa, stünden „am Rand ihrer Kräfte“. Die Kinder bräuchten „intensive Begleitung, die Eltern verlässliche Betreuungsarrangements“. Das sei aber „keine Selbstverständlichkeit angesichts des fragilen Personalschlüssels und des coronabedingt nach wie vor hohen Krankenstandes“.

Um den Herausforderungen begegnen zu können, bearbeiteten die aus allen ostdeutschen Diözesen stammenden Teilnehmerinnen in insgesamt fünf Kurswochen vielfältige Themen. So wurden am Anfang die eigene Person und die Rolle als Führungskraft betrachtet. In einem zweiten Schritt standen die Teams und damit das Leiten in sozialen Organisationen sowie Führungsinstrumente und -methoden auf dem Plan. So präpariert wurden dann Aufgaben wie das Umsetzen des Bildungsauftrags, Qualitätsmanagement, die Erziehungspartnerschaft zwischen Kita und Eltern oder gesetzliche Grundlagen in den Blick genommen. Zur Sprache kamen auch betriebswirtschaftliche Fragen, Öffentlichkeitsarbeit oder Arbeitsschutz.

„Es ging auch immer wieder um Fragen der Glaubensvermittlung“, sagt Schröer. Zudem gehörten geistlich-spirituelle Elemente zum Programm. „Wir haben den Tag immer mit einem Morgenlob begonnen. Und wir haben Anteilnahme an unserer Situation im Beruf erfahren. Das empfand ich als großes Geschenk“, sagt Pechstein. Schröer: „Wir sind durch den Kurs alle gewachsen.“ Zu den Themen habe etwa auch die Selbstfürsoge gehört, also die Aufgabe, auch auf sich selbst zu achten. Für wichtig halten es beide Frauen, dass das Angebot eine Präsenzausbildung bleibt.

Zwischen den Kurswochen kehrten die Teilnehmerinnen in ihre Einrichtungen zurück und konnten das Erlernte sofort dem Praxistest unterziehen. Zudem wurden sie in regionalen Arbeitsgruppen von den zuständigen regionalen Caritasreferentinnen betreut und beraten.

Teilnehmer wünschen sich Fortsetzung

In der fünften und letzten Kurswoche stellten alle Teilnehmerinnen ein von ihnen bearbeitetes Projekt zur Diskusssion, zu dem sie auch eine schriftliche Facharbeit angefertigt hatten. Am Ende erhielten sie ein Fortbildungs-Zertifikat. Der Leiter des Bildungshauses St. Ursula, Markus-Liborius Hermann, sieht die Fortbildung als bewährtes Instrument, die Leiterinnen für ihre herausfordernde Aufgabe zu stärken. Zumal gelte: „Jeder Kindergarten, jede Einrichtung gewinnt, wenn die Leitung besser wird.“

Die nächste Fortbildung 2022/ 2024 startet im November. Die Absolventen 2020/2022 wünschen sich Fortsetzungsangebote. Dafür habe es auch schon eine gewisse Zusage gegeben.

weitere Infos