Kirche voller Familien erleben

Mit verbundenen Augen gingen Kinder um den Altar. Foto: Annemarie Banek

Familien mit Erstkommunionkindern haben am 12. November gemeinsame Stunden in der St.-Matthias-Gemeinde und der Franziskusschule in Berlin verbracht. Höhepunkt war eine heilige Messe mit Erzbischof Heiner Koch.

Neugierig schauen sich die Erstkommunionkinder den Blindenstock und die Armbinde an, die Erzbischof Koch mitgebracht hat. Sie lauschen der Geschichte vom blinden Bartimäus. Einige lassen sich mit verbundenen Augen um den Altar der St. Matthias-Kirche führen.

„Weites Herz – offene Augen“ hieß das Thema des fröhlichen Gottesdienstes, den der Erzbischof am 12. November mit mehreren hundert Kindern, Frauen und Männern gefeiert hat. Viele von ihnen folgten am Ende Heiner Kochs Einladung zu einem persönlichen Segen. Kinder und ihre Familien sollen Kirche an diesem Tag neu und positiv erleben, erläutert Mit-Organisator Christoph Kießig. „Man muss nichts vorbereiten, nimmt alle aus der Familie mit und verbringt zusammen einen tollen Tag.“

Nach zweijähriger Pause knüpft das Erzbistum damit wieder an eine längere Tradition an, die schon zu Zeiten von Erzbischof Georg Sterzinsky begann. Anliegen sei seither, dass Erstkommunionkinder Kirche als große und lebendige Gemeinschaft erleben, sagt Christoph Kießig. In ihren Heimatpfarreien träfen sie sich meist nur in kleinen Gruppen, die sich nach den Corona-Einschränkungen und dem Rückgang der Kirchgänger-Zahlen noch weiter verkleinert hätten.

Wie bereits bei früheren Familientagen folgten auf den Gottesdienst Workshop-Angebote. In der St. Franziskus-Schule zogen Kinder Kerzen, bastelten Rosenkränze, Gebetswürfel, Engel und Wandkreuze. In einem Parcours erfühlten sie verschiedene Gegenstände und markierten auf einem großen Namenstagskalender mit bunten Fähnchen ihre Vornamen.

Helena, die sich in Weißensee auf ihre Erstkommunion vorbereitet, verzierte an diesem Nachmittag eine Kerze in Regenbogenfarben. Was ihr heute am besten gefallen hat? „Den Bischof zu sehen! Aber auch, dass die Kirche richtig voll war.“ Ihre Mutter ergänzt: „Die Kinder sind in der Schule ziemlich alleine mit dem katholischen Glauben. Dass sie hier so vielen anderen Erstkommunionkindern begegnen und spüren, Teil einer großen Gemeinschaft zu sein, ist wirklich ermutigend für sie.“

„Kein Vergleich zur Erstkommunion 1950!“

Die Resonanz der Besucher des Familientags fiel durchweg positiv aus. „Ein voller Erfolg“, findet Pilar Martinez, eine Mutter aus der St. Matthias Gemeinde. Irmtraud Schlier (80), ist aus München angereist und begleitet die Familie ihres Neffen. Sie denkt an ihre eigene Erstkommunion 1950 zurück und ist begeistert, was kirchliche Mitarbeiter heute für Kinder tun: „Ein wirklich tolles und lebendiges Angebot ist das hier für die Erstkommunionkinder und ihre Familien! Das ist kein Vergleich zu meiner Zeit.“

Mit einer Abschlussandacht endete der Familientag für die Erstkommunionkinder am Lagerfeuer stimmungsvoll.