Mittwoch, 19. Dezember 2018

Gott kommt - mitten ins Leben

Nächster Halt: Frohe Weihnacht

Ich habe auch in diesem Jahr wieder zu Weihnachten Dienst übernommen. Ich bin zwar letztes Jahr schon gefahren, hätte diesmal frei gehabt und wäre erst Silvester dran gewesen. Aber ich habe mit Mike getauscht. Seine Frau hat vor anderthalb Monaten Zwillinge entbunden. Er hat nicht gefragt, ob ich den Weihnachtsdienst übernehme. Aber ihm war anzusehen, wie schwer es ihm war, sich vorzustellen, seine Frau müsste den Heiligen Abend allein ohne ihn mit den Kindern verbringen.
Nächstes Jahr ist es wieder anders. Wenn alles gut geht, bekommen wir im Frühjahr ein Kind, und dann will ich Heilig Abend auf jeden Fall zu Hause sein.

Letztes Jahr ist Michaela, meine Freundin, am 24. Dezember einfach in der Lok mitgefahren. Eigentlich darf ich keinen Fremden neben mir sitzen lassen. Aber erstens ist Michaela keine Fremde, und zweitens, wer will Heilig Abend schon so streng sein.

Ich hatte wie die meisten Lokführer vor mir einen kleinen Weihnachtsbaum mit leuchtenden Minikerzen stehen. Michaela hat am Heiligen Abend eine ebenso kleine beleuchtete Krippe mit einem Stern daneben gestellt. „Sollen ruhig alle sehen, dass wir Christen sind.“ Tatsächlich bin ich mehrere Male darauf angesprochen worden, von Reisenden und auch von Kollegen, die auf den Bahnhöfen Dienst hatten. So oft wie an diesem Tag habe ich von Fremden noch nie „gesegnete Weihnachten“ gewünscht bekommen.
Dieses Jahr werden wir es wieder so machen: Weihnachtsbaum, Krippe, Stern und meine schwangere Liebste neben mir. Wenn das kein glücklicher Weihnachtstag wird!