Montag, 17. Dezember 2018

Gott kommt - mitten ins Leben

Bekenntnis

Heute traf ich unseren Nachbarn Gerhard beim Einkaufen. Da seine Frau nicht Auto fährt, freut sie sich, wenn er es übernimmt. Als wir bezahlt hatten und unsere Einkaufswagen zum Ausgang schoben, fragte er mich: „Geht ihr zu Weihnachten wieder in die Kirche?“ Gerhard ist evangelisch und weiß genau, dass wir zur Kirche gehen, nicht nur zu Weihnachten. Bestimmt wollte er mit seiner Frage ein Gespräch einleiten. So war es dann auch. Er erzählte, alle drei Gottesdienste am Heiligen Abend wären rappelvoll, aber nur wenige Leute sängen und beteten mit. Gerhard hat eine kräftige Stimme und singt einen klaren Tenor. Wenn er dann losschmettert, drehen sich die Leute vor ihm um und staunen ihn an. Und beim Vaterunser würden seine Frau und er ebenfalls verwundert angesehen, weil sie laut und „textsicher“ mitbeten.
Mir fiel ein, dass seine Frau dasselbe schon einmal erzählt hatte, mit dem Zusatz, sie habe sich dabei nicht wohlgefühlt.

Natürlich wissen Gerhard und seine Frau genauso gut wie wir, dass es besser ist, wenn Menschen wenigstens einmal im Jahr zum Gottesdienst gehen als gar nicht. Ich dachte aber auch: Nun gibt es bereits Situationen, in denen Menschen Courage brauchen, sich im Gottesdienst ohne Trotz, sondern ganz normal als Christen zu bekennen.