Samstag, 1. Dezember 2018

Gott kommt - mitten ins Leben

Dem Menschen ein Wohlgefallen

Daniel hatte vorgeschlagen, dass sie sich auf dem Weihnachtsmarkt treffen. Dabei konnte er Weihnachtsmärkte nicht leiden. Aber er hatte auf die Schnelle keine andere Idee.

Sie hatten sich bei einem gemeinsamen Freund gesehen, hatten sich gut verstanden, und als es zum Aufbruch kam, befürchtete Daniel, er könnte Anna aus den Augen verlieren. So schlug er vor, sich auf dem Weihnachtsmarkt zu treffen. Immer noch besser als bei sich zu Hause, in einer Kneipe oder einer Bar.
Anna hatte sich gefreut, dass Daniel sich mit ihr treffen wollte. Dass es ausgerechnet auf dem Weihnachtsmarkt sein sollte, fand sie einfallslos und blöd. Aber sie wollte Daniel wiedersehen – deshalb sagte sie zu. Wer weiß, was sich daraus ergeben würde.
Nun also Treffen auf dem Weihnachtsmarkt. Es dauerte eine Weile, bis sie sich gefunden hatten. Die meisten Menschen waren dick angezogen, trugen Schal und Mütze und hatten die Kragen hochgestellt. Es nieselte leicht.     

Anna und Daniel nahmen das feuchte, ungemütliche Wetter zum Vorwand, den Weihnachtsmarkt bald zu verlassen und in ein Café zu gehen. Sich in eins der Zelte zu setzen hatten beide keine Lust. Fast gleichzeitig bekannten sie, dass sie Weihnachtsmärkte nicht leiden konnten. Während Anna meinte, ihr seien Jahrmärkte ohnehin zu laut, begeisterte sich Daniel für "richtige Rummel", wie er es nannte. Auf dem Pferdemarkt in Havelberg war er einige Male gewesen. „Heiratsmarkt“ hieß das früher, lachte er. Aber was Jahrmärkte mit Advent und Weihnachten zu tun hätten, verstünde er nicht. Die ganze Zeit über würde man zwar mit frommen Liedern beschallt. Es gäbe ja auch andere Lieder, aber die hätten erst recht nichts mit Weihnachten zu tun.
Er hatte sich in Rage geredet. Anna beruhigte ihn. „Du musst ja nicht hingehen. Und wem es gefällt, dem kannst du seine Freude ruhig gönnen.“