Missionarische Liturgie

Der Mensch hat von Natur aus - unabhängig von Kultur und Herkunft - das Bedürfnis nach Ritualen. Schon als Kleinkind vermittelt ein Ritual den Menschen Sicherheit und Klarheit. Diese Rituale sind aber nicht statisch, sondern wandeln sich im Laufe des Lebens und der Geschichte.

So auch heute. Die Bedeutung von Ritualen in unserer Gesellschaft  wächst beständig. Obwohl es mittlerweile verschiedene „Anbieter“ auf dem Ritualmarkt gibt, werden kirchliche Rituale weiterhin und auch von kirchenfernen Menschen angefragt.

Für die Seelsorge ist dies eine Herausforderung besonderer Art. Sie muss neu und manchmal auch anders auf diese Nachfrage antworten, wenn wir die Menschen, die zu uns kommen, und ihre Lebenserfahrungen in den Blick und in den Mittelpunkt stellen wollen.  Ritual mit Seelsorge werden eng miteinander verknüpft.

Kirche ist Teil aber auch Spiegel der Welt um uns herum. Dies verdient gerade im Bereich der Rituale eine besondere Aufmerksamkeit. Hier ergibt es die wertvolle Möglichkeit, den Welt- und Lebensbezug von christlicher Liturgie und christlichen Ritualen transparent und erfahrbar zu machen.

Die Veranstaltungsreihe „Liturgie konkret“ stellt sich der Frage, wie wir die Begegnung der Menschen in unserer Gesellschaft mit unserem kirchlich-rituellen Angebot zukünftig gestalten wollen. 

Ziel ist es, die Sensibilität zu erhöhen und den Blick zu schärfen für diesen Begegnungs-Ort kirchlicher Angebote und der Nachfrage von Menschen, die „zu uns kommen“, Menschen, die wir oftmals erst kennenlernen müssen, die uns im „rituellen Alltagsgeschäft“ kaum persönlich begegnen.

Heilige Zeiten

Moderne Religiosität am Beispiel des Kirchenjahres

Wir leben seit eh und je im Fluss der Zeit: ArbeitsZeit, FreiZeit, UrlaubsZeit,  HochZeit, JahresZeit

Unser Kirchenjahr greift dieses menschliche Bedürfnis nach Strukturierung der Zeit auf. Es bietet auch dem modernen Menschen Anknüpfungspunkte, dem Leben Rhythmus und Takt zu geben.  

Es stimmt aber auch, dass die Kirche schon lange ihr kulturelles und ästhetisches Monopol auf die Gestaltung des Jahres verloren hat.  Die Menschen gestalten und prägen die Abläufe eines Jahres nach eigenen bzw. gesellschaftlich geprägten Kriterien.

Wie passt das zusammen?

Der bundesweit über kirchliche Grenzen hinaus geschätzte Andere-Zeiten Verlag aus Hamburg widmet sich dieser Spannung mit großer Wirkung. Die Publikationen dieses Verlages möchten besonders den weisheitlichen und existentiellen Schatz des Kirchenjahres modernen Zeit- und Weltempfinden zugänglich machen.

So freuen wir uns, an diesem Tag den Chefredakteur des Verlages, Dr. Frank Hofmann, begrüßen zu können. Er wird uns Einblicke in geben in seine Arbeit, die stark am Verhältnis von moderner Religiosität und Kirchenjahr ausgerichtet ist.

Neben diesen  professionellen Erfahrungen  werden wir an diesem Tag versuchen eine eigene Haltung zum Kirchenjahr zu entwickeln. Diese kann dann zum Ausgangspunkt einer veränderten katechetischen und liturgischen Praxis in unserem Arbeitsumfeld von  Kita, Schule oder Gemeinde führen.

Mitwirkende: Dr. Frank Hofmann, Gabriele Kraatz, Andreas Englert

Ort: Beratungs- und Bildungszentrum (BBZ), Ahornallee 33, Berlin-Charlottenburg
Dienstag, 09.10., 9.30 bis 17.00 Uhr

Flyer

 

 

20181009 Heilige Zeiten Kraatz

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