Weltgebetstag 2020

Steh auf und geh!

Der nächste Weltgebetstag am 6. März 2020 kommt von Frauen aus Simbabwe 

Als Frau in Simbabwe – mitunter ein hartes Los

Gewalt ist in Simbabwe weit verbreitet. Besonders hart trifft es dabei junge Mädchen. Häufig werden sie früh an deutlich ältere Männer verheiratet und wissen nicht, wie sie sich gegen Übergriffe wehren können.
Im Hurungwe Distrikt im extremen Norden Simbabwes ist diese Situation besonders gravierend. Hier werden ca. 42 Prozent der Mädchen frühzeitig aus der Schule genommen, um dann verheiratet zu werden. Stirbt der Ehemann, werden die Mädchen bzw. Frauen der lokalen Tradition entsprechend von der Familie des verstorbenen Mannes verjagt und ihres ganzen Besitzes beraubt. Sie und ihre Kinder stehen danach vor dem Nichts.

Frühverheiratung, Teenagerschwangerschaften, häusliche Gewalt und Besitzlosigkeit prägen somit das Leben der Frauen und Mädchen in Simbabwe.

Bewusstseinsänderung als Ziel

Um dieses Schicksal zu durchbrechen, müssen Frauen und Mädchen ihre Rechte kennenlernen und ein Bewusstsein dafür entwickeln, wann diese verletzt werden.

Diesem Anliegen widmet sich die Partnerorganisation des Weltgebetstags, „Envision Zimbabwe Women's Trust“ (EZWT). Sie betreibt mit den Frauen und Mädchen im Hurungwe Distrikt Rechtsbildung, insbesondere auch zu Besitz- und Erbrechtsfragen.

In einem zweiten Schritt geht es darum, ihnen Wege aufzuzeigen, ihre Rechte durchzusetzen. Die Frauen und Mädchen lernen, z.B. bei häuslicher Gewalt oder Beraubung ihres Besitzes, aufzustehen und sich an die entsprechenden hilfeleistenden Stellen zu wenden.

Gemeinsames Engagement

Doch der Kampf für ein Ende geschlechterspezifischer Gewalt und Diskriminierungen darf kein einseitiger sein. Die Männer müssen ins Boot geholt werden. Die Organisation arbeitet daher an einer Veränderung der allgemeinen Haltung der Männer gegenüber Frauen. Der Respekt vor der körperlichen und seelischen Unversehrtheit von Frauen und Mädchen wird zum gemeinsamen Anliegen gemacht.

Zu diesem Zweck führt EZWT gezielte Trainings mit den (Ehe-)Männern und lokalen Autoritäten, die meist noch durchgängig Männer sind, durch, um sie zum Thema Geschlechtergerechtigkeit zu sensibilisieren und sie in den Gesetze und Strategien zum Schutz von Frauen und Mädchen zu schulen. Die Mitsprache von Frauen bei familiären und dörflichen Entscheidungen ebenso wie die Übernahme von Führungspositionen durch Frauen soll schlussendlich als selbstverständlich gesehen werden.

Frauen tragen die gesellschaftliche Entwicklung des Landes

EZWT engagiert sich auch auf der nationalen Bühne, wo es um die Anerkennung der Leistungen von Frauen am gesellschaftlichen Wiederaufbau des Landes geht. Die gewaltsamen Enteignungen der weißen Farmer durch die Regierung Mugabe zur Jahrtausendwende hatten neben massiven Hungersnöten und einem Totalzusammenbruch der Landwirtschaft auch schwerwiegende gesellschaftliche Revolten zur Folge. Das Land ist nun dabei, sich von dieser Krise zu erholen.

Dass die Rolle der Frauen am Wiederaufbau gewürdigt wird, ist ein wichtiges Anliegen von EZWT. Über öffentlichkeitswirksame Events wird die Wertschätzung für Frauen zelebriert, wie z.B. bei der Feier des Internationalen Frauentags. Neben dem Einsatz für Frauenrechte im allgemeinen widmet sich EZWT aus Anlass der bevorstehenden Präsidentschaftswahlen 2018 der Ausbildung sogenannter Friedenskräfte. Ihre Aufgabe ist das Engagement für eine friedliche Entwicklung und eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen im Zuge dieser zu erwartenden gesellschaftlichen und politischen Umbruchsphase.

Titelbild und zentrale Bibelstelle zum Weltgebetstag 2020

Das Titelbild, mit dem Namen „Rise! Take Your Mat and Walk”, zeigt das gesellschaftliche Leben in Simbabwe: Im oberen Teil stellt die Künstlerin von rechts nach links den Übergang von einer dunklen, schwierigen Vergangenheit in eine vielversprechende Zukunft dar. Im unteren Teil des Bildes hat sich die Künstlerin Nonhlanhla Mathe von der Bibelstelle, der Heilung des Gelähmten (Johannes 5, 2 – 9 a) inspirieren lassen.

Die Bibelstelle steht im Mittelpunkt des nächsten Weltgebetstags. Darin geht es um Jesu Heilung des Gelähmten mit den Worten „Steh auf und geh“. Den Gottesdienst haben Frauen aus Simbabwe vorbereitet. Sie geben darin einen Anstoß Wege zu persönlicher und gesellschaftlicher Veränderung zu erkennen und zu gehen.
Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Konfessionen weltweit werden mit den Frauen aus Simbabwe zusammen den Weltgebetstag am 06. März 2020 feiern.

Weitere Informationen hier: www.weltgebetstag.de

 

An vielen Orten in Berlin wird der Weltgebetstag gefeiert. Für interessierte und engagierte Frauen finden drei Werkstätten im Raum Berlin statt, in denen Tipps für die Gottesdienstvorbereitung aber auch Impulse zur Vertiefung gegeben werden.

Die Werkstätten finden statt:

Wochenendwerkstatt 8.-10.11.2019

Heimvolksschule Seddiner See
Seeweg 2, 14554 Seddiner Weg
(die Kosten für katholische Frauen werden zu 50 % von der Frauenpastoral übernommen!)

Tageswerkstätten

23.11.2019, 10-17 Uhr, AKD Berlin, Goethestr. 26-30 10625 Berlin
11.01.2020, 10-17 Uhr, Campus Daniel, Brandenburgische Straße 51, 10707 Berlin

Werkstatt mit Kindern

20.01.2020, 10-13 Uhr, Ev. Trinitatis-Kirchengemeinde, Leibnitzstr. 79, 10625 Berlin

Fortbildung für Lehrkräfte im Religionsunterricht

23.01.2020, 10-15 Uhr, ARU Steglitz-Zehlendorf

 

Flyer

 

Materialien der Werkstätten

Stifte machen Mädchen stark!

Stifte recyceln und zugleich 200 syrischen Mädchen in einem Flüchtlingscamp im Libanon Schulunterricht ermöglichen: Zum Stark-werden braucht es Bildung!

Durch das Recycling von Stiften unterstützt der Weltgebetstag ein Team aus LehrerInnen und PsychologInnen, das 200 syrischen Mädchen in einem Flüchtlingscamp im Libanon Schulunterricht ermöglicht.

Für 450 Stifte können wir zum Beispiel ein Mädchen mit Schulmaterial ausstatten und so eine Tür für eine bessere Zukunft öffnen.

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