„Mini-Lockdown“ ein voller Erfolg: Digitales Ferienprogramm für jugendliche Ministrant*innen

Ein Bericht von Magdalena Mast

Action, Andacht, Austausch – unter diesem Motto trafen sich vom 30. Januar bis zum 3. Februar 2021 zehn Ministrantinnen und Ministranten aus dem Erzbistum Berlin. Begleitet wurden diese vom Mini-Referenten Benjamin Rennert, Beate Münster und Franziska Kleiner aus dem Jugendseelsorge-Team des Erzbistums und Magdalena Mast, Freiwillige am Christian-Schreiber-Haus in Alt Buchhorst.

 „Unser Ziel war es, jugendlichen Minis im Erzbistum Berlin unter Lockdown-Bedingungen gemeinsame Ferientage zu ermöglichen“, sagt Benjamin Rennert, Minireferent im Erzbistum Berlin. „Sehr gespannt waren wir darauf, ob wir auch in der aktuellen Lage teilnehmenden Jugendlichen die Erfahrung von Gruppe und Gemeinschaft ermöglichen können.“ 

Die Tage begannen jeweils mit einem Morgenimpuls, den die Teilnehmenden zugeschickt bekamen. Darauf folgte eine Aktion, eine Tagesherausforderung. Das war zum Beispiel ein digitaler Gottesdienst am Sonntag: Dazu bekamen die Teilnehmenden die einzelnen Texte zugeschickt. Während der Fürbitten konnten sie den Gottesdienst aktiv mitgestalten und eigene Fürbitten formulieren. Zu den Herausforderungen gehörte dann eine Kirchenraumerfahrung. Das spannende daran war, die eigene Pfarrkirche einmal leer zu erleben und sich auf neue Entdeckungen oder Erfahrungen einzulassen. 

Die Challenge am Montag war, das Vater Unser in Fotos festzuhalten. Diese waren zum Vater Unser sehr vielfältig, kreativ und individuell.

Während der persönlich zugeschnittenen Kiezspaziergänge am Dienstag wurden die Teilnehmenden aufgefordert ihre bekannte und vertraute Umgebung mal anders wahrzunehmen, vielleicht auch genauer hinzuschauen. Zudem sollte an jedem Haltepunkt eine kleine Aufgabe gelöst werden. So wurden fleißig Elfchen geschrieben, zu Persönlichkeiten recherchiert, Detailaufnahmen geschossen und Orte auf der Strecke geliked.

Der letzte Tag stand unter dem Motto: Den Mitmenschen etwas Gutes tun. Diese Aktion erforderte manchmal sogar etwas Mut: Um anderen eine Freude zu machen überwanden sich manche und taten auch Dinge, die sie sonst nicht so gerne tun, zum Beispiel Nachbarn ein Kärtchen einwerfen. Es wurde auch eine Schnitzeljagd für einen Spielplatz erstellt und Abrisszettel mit guten Wünschen gebastelt. 

Durch die unterschiedlichen und kreativen Herangehensweisen an die Herausforderungen kamen auch oftmals die Persönlichkeiten der einzelnen Teilnehmenden zum Ausdruck - die Aufgaben wurden so erfüllt, wie es einem selbst am besten entsprach.  

An den Abenden trafen wir uns in Videokonferenzen und reflektierten den Tag, indem die Teilnehmenden ihre Fotos vorstellten und etwas dazu sagten. Danach standen digitale Spieleabende auf dem Programm, bei denen es schneller als gedacht spät werden konnte...!

Abgerundet wurden die Abende mit einem Abendimpuls, den wir gemeinsam über die Videokonferenz beteten. Die Teilnehmenden machten dazu meist das Licht bei sich aus und zündeten eine Kerze an. 

Nach dem offiziellen Teil hatten sie noch die Möglichkeit sich untereinander digital gemütlich zu treffen: Dies wurde auch gut genutzt und es sind viele neue Kontakte und Freundschaften entstanden. 

Trotz der digitalen Durchführung ist eine Gruppe entstanden, die sich verbunden fühlt. Am Ende wurden schon erste wilde Pläne geschmiedet, in welcher Form nach Corona ein Treffen „in echt“ stattfinden könnte… 

Teilnehmende brachten sich auch mit ein, indem sie das Werwolfspiel anboten oder ein Quiz übers Ministrieren im Erzbistum Berlin erstellten. Insgesamt ist es trotz der digitalen Umstände eine gelungene Veranstaltung geworden und die Teilnehmenden hatten viel Spaß und abwechslungsreiche Tage. Ein herzliches Dankeschön an die Beteiligten!

Rückmeldungen von Beteiligten

„Wunderbare Tage sind nun leider vergangen, aber die Erinnerung an den Mini-Lockdown wird noch sehr lange bei uns bleiben. Das Besondere an dieser Aktion war, dass man sich so nah sein konnte und kennen gelernt hat, dass man jetzt glaubt, die Gruppe würde schon ewig so existieren. Und das Ganze ist ja nur über den Videochat entstanden, daher ist ein großes Lob an die Organisatoren Benjamin, Franzi, Beate und Magdalena auszusprechen, da das ohne ihr Engagement, ihre Motivation und ihre mega coolen Pakete, die sie uns geschickt haben, nie möglich gewesen wäre. Sie haben es geschafft eine Verbundenheit entstehen zu lassen, die auch über die Video-Meetings hinausging… Den Kontakt werden wir auf jeden Fall über verschiedene Wege halten! Erfahrungsgemäß trifft man sich spätestens bei der nächsten Fronleichnahmsprozession oder Miniwallfahrt wieder ;)“

- Veronika

„Besonders schön war, dass die Challenges zum größten Teil sehr individuell im Zeitaufwand gestaltet werden konnten und damit ermöglicht hat, dass es für manche eine tagesfüllende Aktion sein konnte, und für andere auch neben Arbeit oder Uni ein präsentables Ergebnis gebracht werden konnte.“

- Cornelius

„Wir waren überrascht wie viele Programme ihr einrichten konntet damit wir als Gemeinschaft verschiedene Aktivitäten durchführen konnten. Es hat alles sehr viel Spaß gemacht vom Werwolf spielen bis hin zu den Abendimpulsen.Ich habe mich trotz der Tatsache,dass wir uns nie in echt  gesehen haben als Teil einer Gemeinschaft gefühl(die hoffentlich noch lange bestehen bleibt).“ 

- Lars

„Eine digitale Ersatzaktion für einen Kurs – das klang für mich zwar wie eine Alternative, aber so richtig überzeugt war ich anfangs nicht. Einiges wirkte ganz schön verrückt: Jugendliche, die sich nicht kennen, sollen eine Gruppe werden, ohne sich „in echt“ zu begegnen, und auch wir als Team konnten uns nur digital treffen. Dann wurde es eine geniale Woche. Die Teilnehmenden waren sehr motiviert und haben mit viel Kreativität und persönlichem Engagement die Aktionen wahrgenommen. Obwohl wir ausschließlich digital verbunden waren, ist eine Gruppe mit neuen Kontakten und Freundschaften entstanden. Einiges ist fast wie bei einem „echten“ Kurs gewesen – anderes ganz anders. Insgesamt ist es nach stillen Wochen im Christian-Schreiber-Haus und wenig Veranstaltungen total schön gewesen diese Aktion durchzuführen! Wenn es sich noch in meinem Freiwilligendienst ergibt, bin ich schon sehr gespannt darauf die Minis „in echt“ kennenzulernen!“

- Magdalena (Teamerin)