Gott kommt. Mitten ins Leben.

Aber wo genau ist das? Eine Spurensuche

„Was zum Teufel machen Sie? Sehen Sie nicht, dass ich gerade eine echte Eingebung habe? Unterbrechen Sie niemals eine Szene, wenn ich eine echte Eingebung habe.“ (James Dean)

Kennen wir, das Gefühl. Eine „echte Eingebung“ hatten wir nämlich auch, als wir im vergangenen Jahr eigenes weihnachtliches Geschenkpapier herausgegeben haben. Und noch viel mehr „echte Eingebungen“, was man damit alles machen könnte. Da reichte der Advent fast gar nicht aus, um alles umzusetzen. Und doch gab es an den unterschiedlichsten Orten im Erzbistum Aktionen, mit denen wir eine Spur gelegt haben, Gott da zu entdecken, wo er sich am liebsten rumtreibt: mitten im Leben!

Beispielsweise in der Galeria Kaufhof am Alexanderplatz, wo wir ab Ende November wöchentlich Geschenke einpackten. Haben am Anfang noch unförmige Plüschtiere, Bratpfannen ohne Verpackung und überdimensionale Winter-Daunen-Mäntel uns und unser Geschenkpapier an die Grenze der Leistungsfähigkeit gebracht, mauserten wir uns zu wahren Verpackungskünstlern, die sogar einen Fußball formvollendet eingewickelt bekamen. Die Kunden trieben andere Sorgen um: „Das hier ist kein Weihnachtsgeschenk, sondern für’n Geburtstag am Wochenende!“ ließ uns ein junger Mann wissen – und war sichtlich beruhigt, als wir ihm versicherten, dass unser Papier speziell für einen Geburtstag am 24.12. entworfen worden sei und ihm sogar die illustre Schar der Geburtstagsgäste für dieses spezielle Event zeigen konnten: Hirten, Engel, Könige und Kamele. Alle schon auf dem Weg, um bloß rechtzeitig einzutreffen.

Während Großwerbeflächen der Firma STRÖER zwei Wochen lang im Stadtgebiet die Weihnachtsbotschaft „mitten ins Leben“ trugen und darauf warteten, entdeckt zu werden, nahmen wir am Bahnhof Alexanderplatz die Sache selber in die Hand und verteilten am Samstag vor Heiligabend „weihnachtliche Notfallsets für last-minute-Geschenke“ an Reisende und Passanten. Leichter gesagt als getan: Die einen hatten Musikstöpsel oder das Smartphone am Ohr, die anderen Berge von Einkaufstüten oder fett-triefenden Fast food in den Händen. Wiederum andere waren irritiert: „Ihr Set sieht richtig toll aus. Aber das ist jetzt nur ein Verkaufstrick, oder?“ fragte ein Mutter mit Kinderwagen verunsichert. Und eine ältere Dame schien schon einschlägige Erfahrungen zu haben: „Wenn ich das jetzt annehme, muss ich irgendwas unterschreiben, richtig?“ Nö. Gar nicht richtig. Schließlich heißt ja Weihnachten: Wir werden beschenkt. Und schenken weiter. Und sind so in weniger als vier Stunden 1000 weihnachtliche Notfall-Sets losgeworden. „Das ist mir noch nie passiert, dass ich etwas geschenkt bekomme. Und dann auch noch so was Schönes.“ schüttelte ein Mittfünfziger verwundert den Kopf – während andere sofort im Bilde waren. „Das Papier kenn‘ ich schon aus den Medien. Das war doch in der Abendschau.“

Doch nicht nur da war unser Geschenkpapier, sondern an an den unterschiedlichsten Orten unseres Erzbistums. In den verschiedensten Bereichen. Ob Bahnhofsmission oder Streetwork Projekt, Jugendpastoral oder Klinikseelsorge, Uni-Campus oder Gemeindekontext, oder, oder, oooooooooder… Wurde auf Basaren angeboten. Zum Adventskalender verbastelt. Als Tischset verwendet… Das wäre definitiv noch mal eine eigene Geschichte wert. Deshalb: Schreiben Sie uns von Ihren Initiativen und Erlebnissen mit dem Geschenkpapier! Posten Sie Fotos von interessanten Begebenheiten unter #mitteninsleben oder an carla.boehnstedt(ät)erzbistumberlin.de.

Das wäre wirklich klasse – um nicht zu sagen: allererste Sahne!

 

Carla Böhnstedt, Pastoralreferentin in der Citypastoral Berlin-Mitte.

Das Projekt wurde in Kooperation mit dem Bonifatiuswerk durchgeführt.