Die Ursprünge
Die Ursprünge der französischsprachigen katholischen Gemeinde in Berlin reichen bis kurz nach dem Zweiten Weltkrieg zurück. 1945 war eine französische Garnison in Berlin stationiert, die eine Militärseelsorge zur Betreuung der Soldaten benötigte. Diese Seelsorge befand sich im Nordwesten der Stadt, in den Stadtteilen Wedding und Reinickendorf, in der Nähe des Flughafens Tegel.
Die Seelsorgeeinrichtung wurde 1994 geschlossen, als die letzten französischen Soldaten abgezogen wurden. Zu diesem Zeitpunkt wurde eine zivile Pfarrei gegründet, um die französischsprachige Gemeinde weiterhin zu begleiten. Seit 2000 ist diese Gemeinde im Stadtteil Charlottenburg-Wilmersdorf ansässig, nachdem das Erzbistum Berlin beschlossen hatte, die Thomas-von-Aquin-Kirche und ihren Saal zur Verfügung zu stellen. Die französischsprachige Gemeinde teilt sich diese Kirche mit der Gemeinde Herz Jesu, wo jeden Samstag um 17 Uhr eine Messe in deutscher Sprache gefeiert wird.
Die Gemeindemitglieder
Die französischsprachige katholische Gemeinde in Berlin ist Teil der Erzdiözese Berlin und gehört, obwohl sie den Status einer „Auslandsmission” hat, zur Pfarrei „Märtyrer von Berlin”. Sie vereint Christen aus Berlin und Brandenburg, die ihren Glauben an Jesus Christus, ihre Zugehörigkeit zur katholischen Kirche sowie ihren Wunsch, auf Französisch zu beten und den Herrn zu feiern, teilen. Sie umfasst Gläubige aus mehreren Ländern. Neben einer Mehrheit aus Subsahara-Afrika, wo es mehr als 14 französischsprachige Länder gibt, gehören ihr auch Christen aus Europa und sogar aus Asien an.
Die französischsprachige Gemeinde ist fluktuierend und befindet sich in ständiger Erneuerung, da sie neben Mitgliedern, die dauerhaft in Berlin leben, auch viele Studenten, Expatriates und Diplomaten, die mit ihren Familien für einige Jahre nach Berlin ziehen sowie Durchreisende umfasst. Es ist eine junge Gemeinde mit einem deutlich niedrigeren Durchschnittsalter als in vielen deutschsprachigen Pfarreien, da insbesondere Familien und junge Erwachsene den Großteil der Gemeinde ausmachen.
Die Sonntagsmesse versammelt jede Woche durchschnittlich zwischen hundert und hundertfünfzig Menschen, die sich freuen, zusammenzukommen, um gemeinsam die Eucharistie zu feiern, zu beten, auf Französisch und in verschiedenen afrikanischen Sprachen zu singen, das Wort Gottes zu hören und so mit der Weltkirche eins zu werden.
Gemeindeangebote
Neben den Eucharistiefeiern lebt die Gemeinschaft von verschiedenen Aktivitäten, die gemäß dem Jahreskalender stattfinden. Hier sind die wichtigsten angebotenen Aktivitäten:
- Gruppe Mutter Teresa: Besuche bei Kranken
- Vorbereitung auf die Erstkommunion und Firmung
- Gruppe „Wort Gottes”: jeden Sonntag nach der Messe.
- Theologische Gruppe: alle zwei Wochen, mittwochs um 19:30 Uhr.
- Chor Saint Charles Lwanga: Proben freitags um 18:30 Uhr.
- Chor Saint Jean: Proben donnerstags um 18:30 Uhr.
- Team Notre Dame: besteht aus Ehepaaren, die sich zum Gebet und zum Erfahrungsaustausch treffen.
- Studenten und junge Berufstätige: Gruppentreffen zum Gebet und zum Erfahrungsaustausch.
Die französischsprachige katholische Gemeinde in Berlin ist ein lebendiger Ort, an dem Mitglieder mit unterschiedlichem Hintergrund gemeinsam ihren Glauben an Jesus Christus leben. Dank der diversen Aktivitäten und Gruppen unterstützen sich die Mitglieder gegenseitig und können so im Glauben und in ihrer Menschlichkeit wachsen.
Die Messfeiern und verschiedenen Initiativen stärken die Bindungen zwischen den Mitgliedern und schaffen ein echtes Zugehörigkeitsgefühl. Diese junge und sich ständig weiterentwickelnde Gemeinschaft spielt eine wichtige Rolle im religiösen und sozialen Leben ihrer Mitglieder. Durch ihre wöchentlichen Treffen zeigen sie ihr Engagement für die Kirche. Gleichzeitig bereichern die Gemeindemitglieder die kulturelle und spirituelle Vielfalt Berlins.
Weitere Informationen zur französischsprachigen katholischen Gemeinde finden Sie auf folgender Webseite: https://www.paroisse-catholique-berlin.org/page1.htm