Eine besondere Verbindung in Berlin Die Steyler Missionare und die philippinische Gemeinde

Die philippinische katholische Gemeinde in Berlin ist ein lebendiger Teil der vielfältigen Kirche im Erzbistum Berlin. In diesem Jahr feiert sie ihr 40-jähriges Gründungsjubiläum. Viele ihrer Mitglieder sind als Migrantinnen und Migranten nach Deutschland gekommen. Sie bringen ihren Glauben, ihre Sprache, ihre Traditionen, ihre Musik und eine tiefe Verbundenheit mit der Kirche mit. Für viele ist die Gemeinde nicht nur ein Ort des Gottesdienstes, sondern auch ein Stück geistliche Heimat in der Fremde. Vor einigen Jahren berichteten wir bereits von der philippinischen Gemeinde. Allerdings gibt es eine Besonderheit innerhalb der Gemeinde, denn sie wird begleitet durch die Steyler Missionare, die Societas Verbi Divini, kurz SVD. Diese internationale Ordensgemeinschaft wurde vom heiligen Arnold Janssen gegründet und ist heute in vielen Ländern der Welt tätig. Ihr missionarischer Auftrag ist es, das Wort Gottes zu verkünden, Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen zu begleiten und Brücken zwischen Kulturen, Sprachen und Völkern zu bauen.

Auch die Kommunität der Steyler Missionare in Berlin ist international geprägt. Die Mitbrüder kommen aus verschiedenen Ländern, unter anderem von den Philippinen, aus Indonesien, Indien, Ghana, Togo, Polen und Deutschland. Diese Vielfalt macht das Zusammenleben und den pastoralen Dienst in Berlin zu einem konkreten Zeichen weltkirchlicher Gemeinschaft.
Im Erzbistum Berlin sind die Steyler Missionare mehrheitlich pastoral tätig: in der Pfarrei, im Krankenhaus, in Altenheimen und in der Suppenküche. Darüber hinaus betreiben sie in ihrem Haus in der Bayernallee 28 ein kleines Gästeapostolat, in dem Menschen für einige Tage Unterkunft finden können. So verbinden sich pastoraler Dienst, Gastfreundschaft und missionarische Präsenz mitten in der Stadt.

Ein wichtiger Schwerpunkt der pastoralen Arbeit ist die Migrantenseelsorge. Viele Menschen, die ihre Heimat verlassen haben, tragen Hoffnungen, Sorgen und Fragen mit sich. Die Kirche kann für sie ein Ort sein, an dem sie angenommen werden, Orientierung finden und neue Kraft schöpfen. Besonders für Familien, Kinder, Jugendliche, Kranke und ältere Gemeindemitglieder ist die Gemeinde ein Raum, in dem sie Glauben, Gemeinschaft und Zugehörigkeit erfahren.
P. Simon Boiser SVD, ist Steyler Missionar aus den Philippinen. Sein Philosophiestudium hat er auf den Philippinen absolviert, sein Theologiestudium in Deutschland. Im Jahr 2004 wurde er in Sankt Augustin bei Bonn zum Priester geweiht. Seitdem war er in verschiedenen Bundesländern pastoral tätig, unter anderem als Kaplan und Schulseelsorger in Bayern, Baden-Württemberg und im Saarland. Außerdem war er Seelsorger für Filipinos und Seeleute in Hamburg und Schleswig-Holstein. In Berlin ist er Lokaloberer seiner Ordensgemeinschaft, für das Gästeapostolat zuständig und in der Seelsorge für die philippinische Gemeinde tätig.

Zur pastoralen Arbeit der philippinischen Gemeinde gehören die Feier der Heiligen Messe, die Spendung der Sakramente, die Sakramentenvorbereitung, die Katechese, die Begleitung von Familien und Gruppen sowie die Förderung eines lebendigen Gemeindelebens. Darüber hinaus besucht die Gemeinde Kranke in den Krankenhäusern und ältere Menschen in ihren Wohnungen. Auch im Altenheim Haus Malta werden regelmäßig Gottesdienste gefeiert.

Innerhalb der philippinischen Gemeinde gibt es mehr als 20 Gruppen, die sich in verschiedenen Bereichen engagieren: im Gebet, bei Festen, in der Caritas, im Sport, bei Veranstaltungen und in sozialen Projekten. Dieses vielfältige Engagement zeigt, dass die Gemeinde nicht nur sonntags zusammenkommt, sondern den Glauben auch im Alltag und im Dienst am Nächsten lebt.

Zugleich versteht sich die philippinische Gemeinde nicht als isolierte Gemeinschaft, sondern als Teil der katholischen Kirche in Berlin. Die Zusammenarbeit mit deutschen Pfarreien, der English-Speaking Mission, anderen internationalen Gemeinden und dem Erzbistum Berlin ist ein wichtiges Zeichen kirchlicher Einheit in Vielfalt. Unterschiedliche Sprachen, Traditionen und Frömmigkeitsformen bereichern einander und zeigen, wie lebendig die Weltkirche vor Ort sein kann.

So ist die philippinische Gemeinde sowie die Kommunität der Steyler Missionare in Berlin ein Ort der Begegnung, der Hoffnung und der Gemeinschaft. Sie zeigt, dass Kirche dort lebendig ist, wo Menschen miteinander beten, einander unterstützen und ihren Glauben über kulturelle und sprachliche Grenzen hinweg teilen.