Pressemeldung

„Ich werde meinem Gewissen folgen“Fastenpredigtreihe zu Worten des Sel. Bernhard Lichtenberg

07. Februar 2018 Stefan Förner
Pressesprecher

Anlässlich des besonderen Gedenkjahres von Bernhard Lichtenberg, dessen Todestag sich am 5. November 2018 zum 75. Mal jährt, findet eine Fastenpredigtreihe in den Kirchen statt, in denen der Selige Dompropst zu seinen Lebzeiten gewirkt hat. An allen fünf Fastensonntagen sowie am Palmsonntag finden dort Predigten zu seinen Worten statt. Prediger werden sein: Erzbischof Dr. Heiner Koch, Prälat Dr. Stefan Dybowski, Msgr. Ulrich Bonin, Prof. Dr. Stefan Samerski, Prälat Tobias Przytarski und Generalvikar P. Manfred Kollig SSCC.

Die Predigtreihe eröffnet Erzbischof Dr. Heiner Koch am Sonntag, 18. Februar 2018, 10.00 Uhr in St. Mauritius (Mauritiuskirchstr. 1, 10365 Berlin-Lichtenberg) mit seinem Hirtenwort zu „… handelt nach dem strengen Gebot Jesu Christi ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.‘“. St. Mauritius war die erste Kaplansstelle in Berlin, in der Bernhard Lichtenberg 1900 als junger Priester eingesetzt wurde.

Pfarrer Lutz Nehk, der Beauftragte für Erinnerungskultur und Gedenkstättenarbeit im Erzbistum Berlin, zu der Idee der außergewöhnlichen Predigtreihe: „Die Biographie des Seligen zeigt sehr deutlich, dass er in der Stadt Berlin an sehr vielen Orten als Seelsorger tätig war. Er hat Gemeinden geprägt und Kirchen gebaut. Um diese Vielfalt der ‚Lichtenberg-Orte‘ in Berlin deutlich zu machen, finden diese Fastenpredigten nicht zentral nur an dem Ort statt, wo er beerdigt ist, nämlich in der St. Hedwigs-Kathedrale, sondern an sechs verschiedenen.“

Fastenpredigten im Überblick

Erster Fastensonntag I 18. Februar 2018, 10.00 Uhr
St. Mauritius, Berlin-Lichtenberg Mauritiuskirchstraße 1, 10365 Berlin
Erzbischof Dr. Heiner Koch
»… handelt nach dem strengen Gebote Jesu Christi ›Du sollst deinen
Nächsten lieben wie dich selbst.‹ «

Zweiter Fastensonntag I 24. Februar 2018, 17.00 Uhr (Vorabendmesse)
St. Marien, Berlin-Karlshorst Gundelfinger Straße 37, 10318 Berlin
25. Februar 2018, 10.30 Uhr
Zum Guten Hirten, Berlin-Friedrichsfelde Kurze Straße 4, 10315 Berlin
Domkapitular Prälat Dr. Stefan Dybowski
»In der Hoffnung fröhlich, in der Trübsal geduldig …«

Dritter Fastensonntag I 4. März 2018, 9.30 Uhr
St. Michael, Berlin-Mitte Michaelkirchplatz 10, 10179 Berlin
Domkapitular Msgr. Ulrich Bonin
»Ich will alles, was mir widerfährt, Freudiges wie Schmerzliches, Erhebendes und Niederdrückendes im Lichte der Ewigkeit ansehen.«

Vierter Fastensonntag I 11. März 2018, 10.30 Uhr
Herz Jesu, Berlin-Charlottenburg Alt-Lietzow 23, 10587 Berlin
Pfarrer Prof. Dr. Stefan Samerski
»Ich werde meinem Gewissen folgen und alle Konsequenzen mit in Kauf nehmen.«

Fünfter Fastensonntag I 18. März 2018, 9.00 Uhr
St. Georg, Berlin-Pankow Kissingenstraße 33, 13189 Berlin
Dompropst Prälat Tobias Przytarski
»Bis zum letzten Atemzug treu.«

Palmsonntag I 25. März 2018, 10.00 Uhr und 18.00 Uhr
St. Hedwigs-Kathedrale, Berlin-Mitte Bebelplatz, 10117 Berlin
Generalvikar P. Manfred Kollig SSCC
»Alles aus Liebe tun und alles aus Liebe leiden.«

Sel. Bernhard Lichtenberg

1875 wurde Lichtenberg in Ohlau geboren und 1899 in Breslau zum Priester geweiht. Seit 1900 wirkte er in Berlin. Er war einer der Pioniere beim Aufbau der katholischen Gemeinden in der ständig wachsenden Weltstadt. In Charlottenburg legte er den Grund für fünf Pfarreien und ein Kloster. 1931 rief ihn der erste Bischof von Berlin, Dr. Christian Schreiber, in das Domkapitel und ernannte ihn 1932 zum Dompfarrer. 1938 wurde er Dompropst bei St. Hedwig. Bischof Konrad von Preysing vertraute ihm später die Sorge um die getauften Juden in seiner Diözese an. Seit dem Judenpogrom am 9. November 1938 betete er an jedem Abend in St. Hedwig – tausend Meter von der Reichskanzlei Hitlers entfernt – öffentlich für die verfolgten Juden. Mitte 1941 wurde er denunziert, am 22. Mai 1942 zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Lichtenberg war damals schon ein schwerkranker Mann. Nach der Verbüßung der Strafe galt er als unverbesserlich. Auf dem Transport in das Konzentrationslager Dachau starb er am 5. November 1943 in Hof/Saale. Sein Grab ist jetzt in der Unterkirche von St. Hedwig.

Am 23. Juni 1996 wurde Bernhard Lichtenberg vom Papst Johannes Paul II selig gesprochen. Am 7. Juli 2004 wurde ihm der Ehrentitel »Gerechter unter den Völkern« durch die Israelische Holocaust-Gedenkstätte YAD VASHEM zuerkannt. Sein Gedenktag ist der 5. November.

Kontakt

Pfarrer Lutz Nehk
Beauftragter für Erinnerungskultur und Gedenkstättenarbeit im Erzbistum Berlin
Tel. 0170 389 79 00
erinnerungskultur(ät)erzbistumberlin.de