Pressemeldung

31. Mai 2016 Cornelia Klaebe

Der Kreuzberger Himmel vor seiner Eröffnung 2012: Ohne professionellen Gastronom geht es nicht mehr. Foto: kna

Hier zapften Pfarrer das Bier und Erzbischof Koch hielt seine Büttenrede: Die Gemeindekneipe „Kreuzberger Himmel“ von St. Bonifatius hat ein besonderes Konzept. Nun gibt der Betreiberverein sie ab an professionelle Gastronomen. Aber der Geist der Kneipe soll erhalten bleiben.

„Ab Anfang Juni 2016 begrüßt Herr Ribisel Sie mit moderner alpenländischer Küche“ liest der Besucher der Webseite der Gemeindekneipe Kreuzberger Himmel. Seit September 2013 hatte die Pfarrei St. Bonifatius hier ihren Treffpunkt für den geselligen Teil des Gemeindelebens und Kontakte in den Kiez. Nun löst sich der Betreiberverein auf. Die Kneipe wird vom Catering-Betrieb „Herr Ribisel“ als „Herr Ribisel im Kreuzberger Himmel“ neu eröffnet.

„Wir haben großes Vertrauen in den neuen Pächter“, sagt Edmund Brumbauer, ehemaliger Vorsitzender des Vereins „Kreuzberger Himmel“, der sich jetzt auflöst. Jaroslav Hrbacek und Andreas Klusmeier von der „Herr Ribisel“- Catering-Gruppe seien diejenigen unter den Anwärtern gewesen, die die bisherige Konzeption am weitesten fortführen. Die Räume werden umgestaltet. Aber die monatlichen Glaubensgespräche des Pfarrers bleiben und die Geistlichen dürfen auch weiter sonntags das Bier zapfen: „Das finden wir ganz charmant und wollen es erhalten“, erklärt Jaroslav Hrbacek. Auch Kunstausstellungen und Band-Programm können fortgeführt werden, soweit sie nicht mit anderen Anliegen der neuen Kneipen-Betreiber kollidieren.

„Ich sehe die Veränderungen nicht so gravierend“, sagt Betriebswirt Brumbauer und begründet, warum die Kneipe überhaupt abgegeben werden muss: „Der Kreuzberger Himmel hat im dritten Jahr immer noch Verluste eingefahren.“ Das sei für die ersten eineinhalb bis zwei Jahre eingeplant gewesen, nun könne man es aber der Gemeinde St. Bonifatius nicht länger zumuten. „Dafür war ja extra der Verein gegründet worden, um den Geschäftsbetrieb aus der Gemeinde draußen zu halten, und das hat sich auch gut bewährt.“ Überhand genommen habe zudem der Aufwand für den Betrieb: „Ehrenamtlich kann man sich darum nicht kümmern.“ Und es habe niemanden gegeben, der sich in der Gastronomie auskenne und sich entsprechend einbringen wollte. Daher habe man sich entschlossen, die Kneipe in professionelle Hände zu übergeben.

„Der Verein verkauft das Anlagevermögen an die Gemeinde, und die verpachtet nun die Räume“, erklärt Edmund Brumbauer wie es weitergeht. Er und seine ehemaligen Vorstandskollegen sind mittlerweile zu Liquidatoren bestellt und wickeln den Verein ab. „Es war eine gute Zeit“, sagt Brumbauer rückblickend und hofft, dass die Kneipe auch weiter ein Treffpunkt im Kiez bleibt. Brumbauer, der mittlerweile in Ruhestand gegangen und nach Neuenhagen gezogen ist, nimmt die Veänderungen ohne Groll: „Wenn ich in Berlin bin, werde ich auch weiter im Kreuzberger Himmel einkehren.“

Der Kreuzberger Himmel in der Yorckstraße 89, Berlin- Kreuzberg, öffnet ab dem 3. Juni wieder seine Pforten und zwar täglich von 9 bis 24 Uhr.