Aussaat – Erzbischof Koch im Gespräch mit der Landwirtschaft

Erzbischof Dr. Heiner Koch hat am Freitag, dem 18. September 2020 Gut Markee von Landwirt Thomas Große Rüschkamp im havelländischen Nauen besucht und sich aus erster Hand informieren lassen zur Situation der Landwirte und der modernen Landwirtschaft. Das Treffen war zustande gekommen auf Initiative von Johannes Funke, Sprecher für Agrar- und Religionspolitik der SPD-Fraktion des Landtags Brandenburg.

Erzbischof Koch, zu dessen Bistum neben Berlin auch große landwirtschaftlich geprägte Gegenden in Brandenburg und Vorpommern gehören, zeigte sich beeindruckt von den vielfältigen Themen und Problemen der Landwirte wie Pflanzenschutz, Tierhaltung, Biogas und Bodenpachtmarkt: „Dass ich von Kindheit als Städter geprägt bin, muss ich immer wieder einräumen, dabei kann ich die Gleichnisse Jesu von Aussaat und Ernte, von Unkraut und Weizenkorn auf dem Land viel besser nachvollziehen. Ich bekunde erneut meinen Respekt vor den Landwirten, die mir auch den Respekt vor der Natur und Gottes guter Schöpfung wieder nahebringen. Wir können säen, düngen und ernten, wir können es aber nicht selbst regnen oder gar wachsen lassen.“

Landwirt Thomas Große Rüschkamp war es eine „Freude und Ehre zugleich“, Erzbischof Koch auf seinem Betrieb begrüßen zu können: „Neben unserer täglichen Arbeit ist es inzwischen sprichwörtlich unser täglich Brot, die moderne Landwirtschaft zu erklären.“ Da die Kirche neben der Glaubensausübung auch eine wichtige gesellschaftliche Plattform sei, gebe sie natürlich auch den Raum für offene Diskussionen zu Themen des Zeitgeschehens. „In der heutigen Zeit gehören Nachhaltigkeit im Umgang mit den natürlichen Ressourcen und eine effiziente Betriebsführung untrennbar zueinander“, stellte Rüschkamp in seinen Ausführungen heraus.

Bei seinem Besuch konnte sich der Erzbischof einen Eindruck von der laufenden Getreideaussaat verschaffen, indem er selbst auf einem modernen Traktor mit Sämaschine mitfuhr. Zuvor hatte der Erzbischof eigenhändig Getreide ausgesät – wie zu früheren Zeiten -, allerdings mit tatkräftiger Unterstützung weiterer Gäste. „Ich wollte deutlich machen, wie groß der technische Fortschritt mit satellitengesteuerten Traktoren und exakt arbeiteten Drillmaschinen inzwischen ist.“ Große Rüschkamp machte bei dem Treffen zudem deutlich, dass noch in den fünfziger Jahren ein Landwirt statistisch zehn Menschen ernährte, heute seien es 145. Die Vielfalt der Ackerbaukulturen, die Düngung und Bodenbearbeitung sowie die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln waren weitere Themen des Gespräches.

Johannes Funke, MdL, freute sich über das Treffen von Kirche und Landwirtschaft im Havelland: „Die Kirche ist nach wie vor ein zentraler Ankerpunkt im ländlichen Raum. Das Treffen ist wegen der besonderen Verantwortung der Landwirte im Spannungsfeld von Ernährungssicherung und Naturerhalt ein wichtiges Signal und eine Ermutigung zum Dialog gewesen. „Dafür möchte ich mich als Landtagsabgeordneter auch in Zukunft weiter einsetzen.“