Pressemeldung

Berührende GeschichtenBegegnung mit Überlebenden der Shoa aus Litauen

Erzbischof Heiner Koch hat heute, 19. Juni 2019, zehn Überlebende der Shoa aus Litauen in den Räumlichkeiten des Erzbischöflichen Ordinariats in Berlin empfangen. Sie sind auf Einladung des Maximilian-Kolbe-Werkes zu Gast in Deutschland. Die Zeitzeugen waren in den Ghettos Kaunas, Vilnius, Minsk, Siauliai und im Lager Alytus interniert. 95 Prozent der jüdischen Bevölkerung von Litauen wurde in der Zeit der deutschen Besetzung ermordet.

Erzbischof Koch dankte den Überlebenden für Ihren Besuch und dem Maximilian-Kolbe-Werk für seine wertvolle Arbeit und mahnte: „Wir dürfen unsere Geschichte nicht vergessen – auch die furchtbare nicht. Und gerade deswegen sind Begegnungen wie diese so wichtig!“

Die Lebensgeschichten der Zeitzeugen berühren. Da ist z.B. Liuba S., deren Geschwister von den Nazis erschossen wurden und sich mit ihrer Mutter jahrelang verstecken musste. Sie überlebt und ist für ihr Leben nach dem Krieg besonders dankbar: „Ich bin dankbar, dass ich ein zweites Leben anfangen konnte. Außerdem bin ich Deutschland dankbar für die finanzielle Unterstützung, die ich erhalte. Denn nur von meiner litauischen Rente könnte ich heute nicht leben.“

Auch Elena A. erzählt ihre Geschichte. Sie überlebte, weil ihre Patentante die Geliebte eines SS-Soldaten war und dieser das Versteck ihrer Familie deswegen nicht verriet. Auch sie empfindet heute tiefe Dankbarkeit. „Ich danke dem Maximilian-Kolbe-Werk, dass es mir die Möglichkeit gibt Deutschland mit meinen eigenen Augen zu entdecken. Meine Mutter war zwar auch in Deutschland – allerdings in einem Konzentrationslager. Ich habe jetzt die Möglichkeit dieses neue Deutschland kennenzulernen. Dafür und für mein Leben nach dem Krieg bin ich sehr dankbar.“

Erzbischof Koch zeigte sich bewegt von den Lebensgeschichten und warb intensiv dafür sich überall auf der Welt Antisemitismus entschieden entgegenzustellen und alles nur Mögliche dafür zu tun, dass sich solche Geschichten niemals wieder ereignen.

Das Maximilian-Kolbe-Werk unterstützt seit über 45 Jahren die  Überlebenden der Konzentrationslager und Ghettos in Polen und anderen  Ländern Mittel- und Osteuropas. Heute gibt es noch etwa 20.000 Überlebende. Das Maximilian-Kolbe-Werk organisiert Hilfsprojekte vor  Ort, Erholungs- und Begegnungsaufenthalte in Deutschland und  Zeitzeugengespräche in Schulen und Bildungseinrichtungen.