Bischof Stäblein und Erzbischof Koch gratulieren zum jüdischen Neujahrsfest„Antisemitismus und weiteren Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit entgegentreten“

In einem Schreiben an die jüdischen Gemeinden in Berlin und Brandenburg gratulieren Bischof Dr. Christian Stäblein und Erzbischof Dr. Heiner Koch zum jüdischen Neujahrsfest:

„Zu Rosh Ha Shana und den weiteren hohen Feiertagen senden wir Ihnen und allen Gemeindemitgliedern unsere herzlichsten Segenswünsche.

Diese Tage bis zum großen Versöhnungstag mögen Sie im Vertrauen auf die Güte Gottes, des Richters und Königs, vor allem aber des Vaters, der der Vater aller Barmherzigkeit ist, erleben. Möge auch im Neuen Jahr 5781 Ihnen und uns allen der Friede Gottes geschenkt sein.

Gerade in dieser durch die Pandemie geprägten Zeit möchten wir unsere Verbundenheit mit Ihnen zum Ausdruck bringen. Aktuell finden wir uns in einer gesellschaftlichen Situation wieder, die durch ein Erstarken von Antisemitismus und weiterer Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit geprägt ist. Übergriffe gegen jüdische Bürgerinnen und Bürger, Hetze und Verschwörungsmythen in den Sozialen Medien nehmen weiterhin zu. Dem stellen wir uns als Kirchen entschieden entgegen.

Freie Religionsausübung und ein offenes Miteinander in unserer Demokratie zu bewahren ist eine bleibende Aufgabe und Herausforderung. So wünschen wir uns, dass auch das neue Jahr 5781 im Zeichen von Solidarität und des entschlossenen Zusammenhaltes steht und freuen uns in diesem Zusammenhang auf Begegnungen und gemeinsame Projekte.

Dazu bietet das Jahr 2021 mit dem Jubiläum der 1700-jährigen deutsch-jüdischen Geschichte gewiss vielfältige Gelegenheiten. Im kommenden Jahr soll im Rahmen dieses Jubiläums erinnert werden an die zahlreichen und herausragenden Beiträge jüdischer Persönlichkeiten zu Wissenschaft und Kultur und zugleich an die Diffamierungen und Ausgrenzungen jüdischen Lebens durch die Jahrhunderte. Wir sind zutiefst dankbar, dass jüdisches Leben heute wieder zum festen Bestandteil des Alltags in Berlin, ja, in ganz Deutschland, gehört und dass es in unserem Land wieder ein vielfältiges jüdisches Gemeindeleben gibt.

Ihnen allen „Shana tova“ – ein segensreiches und friedvolles Neues Jahr.“