Bitte um Mitarbeit im interdiözesanen Betroffenenbeirat

Bischof informiert Pfarreien zum Stand der Missbrauchsaufarbeitung und wirbt um im interdiözesanen Betroffenenbeirat

 

Mit einem Brief zum Stand der Missbrauchs-Aufarbeitung wendet sich Erzbischof Dr. Heiner Koch an die Pfarreien, Gemeinschaften und Einrichtungen im Erzbistum Berlin.

Außerdem bittet er – mit den Bistümern Görlitz und Dresden-Meißen sowie dem Katholischen Militärbischofsamt – Betroffene um ihre Mitwirkung im interdiözesanen Betroffenenbeirat, der bereits mehrfach getagt hat. Der Beirat selbst sieht die Notwendigkeit weiterer Mitglieder, damit die unterschiedlichen Missbrauchserfahrungen und -konstellationen besser eingebracht und berücksichtigt werden können. Erzbischof Koch: „Ich lade Sie deshalb herzlich, aber auch dringlich, ein: Falls Sie von sexualisierter Gewalt im Bereich der Katholischen Kirche betroffen sind, erwägen Sie bitte die Mitwirkung im Betroffenenbeirat. Nur durch die Perspektive Betroffener ist eine kritisch-konstruktive Auseinandersetzung mit den Aufarbeitungsbemühungen der Katholischen Kirche möglich.“

Außerdem rufen die Bischöfe erneut dazu auf, Fälle bzw. Verdachtsfälle sexualisierte Gewalt zu melden: „Ich möchte diese Bitte heute mit Nachdruck erneuern: Bitte melden Sie bekannte oder vermutete Fälle, aktuelle und auch weit zurückliegende. Auch wenn es für Betroffene einen schweren Schritt darstellt, Übergriffe anzuzeigen, ermutige ich ausdrücklich dazu. Die Anzeige von Übergriffen, möglichen Vorstufen oder Verhaltensauffälligkeiten ist keine Nestbeschmutzung, sondern notwendige Voraussetzung, um Täter zu überführen und potentielle Opfer vor Übergriffen zu schützen. Betroffene werden gebeten, sich in solchen Fällen umgehend an eine der unabhängigen Ansprechpersonen zu wenden. Die Ansprechpersonen können Betroffenen auch über Hilfsangebote informieren.

Brief im Wortlaut