„Die EU ist eine Friedens- und Freiheitsgemeinschaft“Aufruf der (Erz-)Bischöfe der ostdeutschen (Erz-)Diözesen und der Nordkirchen zur Europawahl am 26. Mai 2019

Der Mauerfall vor 30 Jahren machte Deutschland wieder zu einem geeinten Land. Die Wiedervereinigung führte auch dazu, dass die ostdeutschen Bundesländer ohne große und langwierige Aufnahmeverfahren Teil der Europäischen Union wurden. Die Europäische Union, sicher auch mit ihren Schwächen und ihrem Entwicklungspotenzial, ist nach den Schrecken und Gräueltaten des vergangenen Jahrhunderts eine Friedens- und Freiheitsgemeinschaft. Auch unsere Kirchengemeinden, Einrichtungen und Verbände haben hiervon sehr profitiert, sei es durch die Finanzierung der freiwilligen Dienste bei unserer Caritas, die Förderung von Bildungs- und Strukturmaßnahmen im ländlichen Raum oder durch wichtige finanzielle Beiträge zum Erhalt unserer Kirchen und Denkmale. Vor allem aber verdanken wir der Europäischen Union eine deutliche Erleichterung des Austauschs und eine Steigerung des Miteinanders der Menschen und Völker in Europa, die auch für uns als katholische Kirche in unserer grenzüberschreitenden Ausrichtung eine große Erleichterung darstellt und unsere Gemeinden durch das Miteinander verschiedener Katholiken aus unterschiedlichen Gebieten Europas bereichert hat.

Es ist entscheidend, dass dieses so wichtige europäische Projekt gerade in der heutigen Zeit nicht aufs Spiel gesetzt, oder aufgegeben wird und scheitert. Es ist entscheidend, dass die europäischen Bürgerinnen und Bürger am nächsten Sonntag zur Wahl gehen. Wir Bischöfe bitten besonders die Gläubigen unserer Bistümer darum, sich zu informieren und aus dem Geist christlichen Glaubens ihre Stimme abzugeben.

Genauso wichtig wie das europäische Projekt ist die Gestaltung unserer konkreten Lebenswelt vor Ort. So danken wir allen, die sich am kommenden Sonntag um ein kommunales Mandat bemühen. Sie zeigen, dass ihnen ihre Heimat nicht egal ist. Sie wollen die Zukunft mitgestalten und sich für das Gemeinwohl einsetzen. Unterstützen wir die Mandatsträger bei diesem Engagement. Machen wir von unserem Wahlrecht verantwortungsbewusst Gebrauch.

Erzbischof Dr. Heiner Koch, Erzbistum Berlin
Bischof Dr. Gerhard Feige, Bistum Magdeburg
Bischof Wolfgang Ipolt, Bistum Görlitz
Bischof Dr. Ulrich Neymeyr, Bistum Erfurt
Bischof Heinrich Timmerevers, Bistum Dresden-Meißen

Aufruf der Nordkirchen

Wir können dazu beitragen, dass Versöhnung in unserer Zeit möglich wird, indem wir auch den offenen und kritischen Dialog mit denen suchen, die kein Zutrauen in die europäische Idee haben. Und wir werden die ökumenische Verbundenheit mit unseren Geschwistern in Großbritannien noch verstärkt pflegen, wenn der sich abzeichnende Austritt aus der EU Wirklichkeit werden sollte.

Darum rufen wir gemeinsam dazu auf:
Geben Sie Europa Ihre Stimme! Nutzen Sie am 26. Mai 2019 Ihr Wahlrecht und stärken Sie die demokratischen und auf Verständigung ausgerichteten Kräfte!

Aufruf der Nordkirchen

 

Postkartenaktion der katholischen Kirche wirbt für Beteiligung an Europawahl

Mit einer Postkartenaktion rufen die fünf ostdeutschen Katholischen Länderbüros und Diözesanräte zur Beteiligung an der Europawahl auf. Katholische Länderbüros sind die Kontakt- und Verbindungsstellen der Bischöfe zu politischen und gesellschaftlichen Akteuren. In Kneipen, Bars und Gaststätten sowie kulturellen Einrichtungen in 700 ostdeutschen Städten liegen 80.000 Postkarten aus mit dem Schriftzug „30 Jahre friedliche Revolution - Freiheit wählen, Frieden wählen, Europa wählen!“ Damit möchten die Initiatoren auch kirchenferne Menschen in Ostdeutschland daran erinnern, zur Wahl zu gehen, für eine gelingende Gesellschaft in Frieden und Freiheit.