Pressemeldung

Die Heilige Familie kehrt zurück nach Sankt Hedwig Erste Etappe der Restaurierung der neapolitanischen Krippe abgeschlossen

Bilder von Sebastian Westermeier

Rechtzeitig zum Advent kehrt die Heilige Familie der wertvollen neapolitanischen Krippe restauriert nach Berlin zurück, die an der St. Hedwigs-Kathedrale aufbewahrt, aber bisher nur selten gezeigt wurde.

Jesus, Maria und Joseph, dazu die Krippe und ein Kulissenteil sind in einer ersten Etappe restauriert worden und werden im Advent in der Vorhalle gezeigt. Gleichzeitig wird der Vorraum der Kathedrale als Informations-Ort gestaltet, der über die Geschichte und die Pläne zur Umgestaltung der Kirche informiert.

Ab Samstag, 8. Dezember 2018, ist die Heilige Familie zwischen 11.00 und 17.00 Uhr im Vorraum der Kathedrale zu sehen. Führungen auf Anfrage bei Bettina Birkner (Leiterin des Kathedralforums): Tel.: (030) 203 4846.

Am Mittwoch, 19. Dezember, 18.00 Uhr, wird Nina Gockerell in der Katholischen Akademie Berlin (Hannoversche Str. 5, 10115 Berlin) über die Neapolitanische Krippe einen Vortrag halten. mehr ...

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Hintergrundinfos

Für die mehr als 40 Personen umfassende Krippenszenerie wurde in den vergangenen Jahren eine restauratorische Bestandsaufnahme vorgenommen (durch Maria Kallsperger und Pascal Obert, Bachelorarbeit, FH Potsdam 2013). Im Sommer 2018 wurden sämtliche Figuren und Kulissenelemente zur Restaurierung an Monika Kager (Textilien) und Sebastian Westermeier (Figuren) gegeben. Die fachliche Begleitung erfolgt durch Dr. Nina Gockerell, die frühere Leiterin der größten deutschen Krippensammlung am Bayerischen Nationalmuseum.

In diesem Jahr 2018 sind rechtzeitig zur Adventszeit mit Maria, Joseph und dem Jesuskind die Protagonisten restauriert nach Berlin zurückgekehrt. Die Figur des Jesuskinds stammt aus der Hand von Sebastian Osterrieder (1864–1932), einem angesehenen bayerischen Krippenkünstler. Maria und Joseph sind neapolitanischen Ursprungs und besonders wertvoll.

Möglich, aber noch nicht abschließend wissenschaftlich erforscht ist, dass der Sammler Max Schmederer die Krippe dem Deutschen Kaiserpaar schenkte. Gesichert ist, dass die Krippe „durch Schenkung“ nach Berlin kam und dann von „Sankt Hedwig erworben“ wurde. Nach der Zerstörung der Kathedrale 1943 findet sie sich nach dem Krieg in St. Kamillus (Charlottenburg) wieder. Dort wurde sie von Gemeindemitgliedern überarbeitet. Aus jener Zeit stammen neue Textilien mit Stoffen der 1980er Jahre. Die Bestandsaufnahme machte deutlich, dass weitere Archivrecherchen zur Provenienz-Forschung noch ausstehen.

Die Besonderheit einer neapolitanischen Krippe besteht in der Vielzahl der Figuren und der Abbildung des typischen neapolitanischen Alltags. Damit wird das Grundanliegen der Krippendarstellungen umgesetzt: Christus ist uns in unsere Welt geboren, nicht nur in einem Stall in Bethlehem.
Die Tradition der Weihnachtskrippe geht zurück auf den Heiligen Franz von Assisi, der der Überlieferung nach als Erster die „Aktualisierung“ des Weihnachtsfestes begangen und Weihnachten tatsächlich im Stall bei Ochs und Esel gefeiert hatte. Die Stiftung der Sankt Hedwigs-Kathedrale unterstützt das Ziel des Metropolitankapitels bei Sankt Hedwig, die vollständige Restaurierung der rund 40 Figuren bis zur geplanten Wiedereinweihung 2023 abgeschlossen zu haben. Spenden (und Patenschaften) dafür sind herzlich willkommen.

Patenschaft für die Neapolitanische Krippe

  • Figur (Hirte, Musiker, Bürger): 1.000,– EUR
  • Tier (Schaf, Esel, Ochs): 500,– EUR

Metropolitankapitel bei Sankt Hedwig
IBAN: DE21 3706 0193 6003 6340 33
BIC: GENODED1PAX
Betreff: „Restaurierung Neapolitanische Weihnachtskrippe“