Diözesanadministrator Weihbischof Dr. Matthias Heinrich zur Seligsprechung von Johannes Paul II

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben!

Als der Krakauer Kardinal Karol Wojtyla am 16. Oktober 1978 zum Papst Johannes Paul II. gewählt wurde, war er mit 58 Jahren einer der jungen Päpste. Als er 27 Jahre später unter weltweiter Trauer und Anteilnahme verstarb, war sein Pontifikat eines der längsten der Kirchengeschichte. Nun bei seiner Seligsprechung, aber eben nicht erst hier, wird deutlich, dass er auch einer der großen Päpste gewesen ist.

Das „Santo subito“, das man bereits kurz nach seinem Tode hören und lesen konnte, hat mit der kommenden Seligsprechung am Sonntag, dem 1. Mai 2011, einen entscheidenden Schritt getan. An die drei Millionen Pilger werden dazu in Rom erwartet. Für die ganze Kirche und besonders für die Kirche von Berlin ist dies ein Anlass der Dankbarkeit und der Freude. Dass sein Nachfolger und Freund, Benedikt XVI., der im September in Berlin unser ganzes Erzbistum besucht, diese Seligsprechung vollziehen wird, ist ein zusätzliches Geschenk.

Mit großer Freude denke ich heute noch an den Besuch von Johannes Paul II. in Berlin zurück, bei dem er auch die Seligsprechung von Dompropst Bernhard Lichtenberg und dem Priester Karl Leisner vornehmen konnte.

Papst Johannes Paul II. hat in seinem Pontifikat Großartiges geleistet: für die Kirche und die Theologie, für die Ökumene und den interreligiösen Dialog, für die Freiheit der Menschen und die Überwindung von Sozialismus wie Liberalismus, für den Frieden in der Welt und die soziale Gerechtigkeit unter den Völkern. Dabei hat er stets auf die Hilfe Gottes und die Fürsprache Marias vertraut.

In diesem Sinne rufe ich Sie alle auf, am heutigen Weißen Sonntag, den er selber auch zum „Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit“ bestimmt hat, seiner in Verehrung und Dankbarkeit zu gedenken und seine Fürsprache zu erbitten für unsere Kirche und für den Besuch von Papst Benedikt XVI. in unserem Land und in unserer Stadt.