Erzbischof Koch zum Thema „Ehe für alle“

Der Vorsitzende der Kommission für Ehe und Familie der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Heiner Koch (Berlin), legt angesichts der Äußerungen der neuen Vorsitzenden der katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), Mechthild Heil MdB, hinsichtlich einer Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare Wert auf eine Klarstellung. Er betont, dass die deutschen Bischöfe die Ehe, ganz im Sinne der Väter und Mütter des Grundgesetzes, als eine lebenslange Verbindung von einem Mann und einer Frau mit der prinzipiellen Offenheit für die Weitergabe von Leben sehen.

Die auf Treue beruhende, dauerhafte Verbundenheit von Mann und Frau stelle einen besonders geeigneten, geschützten und höchst wertvollen Raum für die Erziehung ihrer Kinder dar, so Erzbischof Koch. Gerade dieser hohen generativen Bedeutung für die Gesellschaft habe der besondere Schutz der Ehe einen herausragenden Platz im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland gefunden. Die augenblicklich diskutierte Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare unter dem Stichwort „Ehe für alle“ bedeute nicht nur eine quantitative Ausweitung der Formen, sondern stelle weit darüber hinaus gehend eine qualitative Neuausrichtung des Begriffes Ehe dar und breche damit mit einem Jahrhunderte alten Verständnis.

Diese vom Parlamentarischen Rat übernommene Auffassung von Ehe basiere zweifellos auch auf der christlich-jüdischen Tradition. Schon der Schöpfungsbericht des Alten Testamentes reflektiere die geschlechtliche Differenz als die von Gott gewollte soziale Urzelle der Weitergabe von Leben (Gen 1, 27 f.). Da die gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft aus sich heraus keine Kinder hervorbringen könne, werde durch die Öffnung der Ehe für alle eine Spaltung des Verständnisses von Ehe herbeigeführt, die zu einer allgemeinen und nicht zuletzt rechtlichen Verwirrung beiträgt. Die deutschen Bischöfe legen Wert darauf zu betonen, dass diese Position keinesfalls homophob motiviert ist und eine Differenzierung zwischen Ehe und einem Rechtsinstitut für gleichgeschlechtliche Paare, das sich von Ehe aber unterscheidet, keine Diskriminierung bedeute. Ganz im Gegenteil werde so der Unterschiedlichkeit der Lebensformen adäquat Rechnung getragen.