„Hier schlägt das Herz eurer Schule“Kardinal Woelki segnet Schulkapelle der Marienschule in Potsdam

Der Erzbischof von Berlin, Rainer Maria Kardinal Woelki, segnete heute die neue Schulkapelle der Marienschule in Potsdam-Babelsberg. In dem feierlichen Gottesdienst bezeichnete er die Kapelle als das Herzstück der neuen Schule. „Hier schlägt das Herz eurer Schule. Hier begegnet ihr eurem eigentlichen Lehrer, Jesus Christus“, sagte er zu den anwesenden Schülerinnen und Schülern. Die Segnung der Kapelle bildete den würdigen Abschluss des Umzugs von Grundschule und Gymnasium in einen neuen Erweiterungsbau. Sie schließt eine weitere Etappe des ambitionierten Schulbauprojektes ab. Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken unterstützte die Ausgestaltung der Schulkapelle mit 50.000 Euro.

Während des Gottesdienstes segnete Kardinal Woelki Altar, Ambo und den Raum als ganzes, indem er die liturgischen Orte und die Wände mit Weihwasser besprengte. Außerdem segnete er die Kreuze für die Klassenzimmer. In seiner Predigt beglückwünschte er Schüler und Lehrer zu diesem, wie er sagte, „schönen Ort“. „Zu jeder Zeit könnt ihr nun diese Kapelle aufsuchen, mit dem was euch Freude bereitet, aber auch mit euren Sorgen und Problemen. Hier ist Christus gegenwärtig.“ Der Marienschule gab Kardinal Woelki mit auf den Weg, es solle nicht nur katholisch am Schultor stehen und Kreuze in den Klassenzimmern hängen, sondern es müsse spürbar werden, dass in und durch die Schule Jesus Christus in der Welt präsent ist. „Durch euer Handeln und euer Verhalten werdet ihr zum Christenmenschen“, betonte der Erzbischof von Berlin. In einer Schule gehe es nicht nur um Lernerfolge, sondern immer auch darum, wie die Lernziele erreicht werden.

Die neue Schulkapelle dient als Gottesdienstort, Andachtsraum und religiöse Begegnungsstätte. Im Zentrum des mit einem Holzfußboden ausgestatteten Raumes steht ein Altartisch aus Eichenholz. Der Ambo befindet sich in einem Lichtkegel, der durch eine kleine Lichtkuppel in der Decke erzeugt wird. In der mit Hocker aus Eichenholz ausgestatteten Kapelle gibt es Platz für rund 60 Schüler und Lehrer. Eine entsprechend präparierte Holzwand sorgt für eine gelungene Akustik. Für die Innenausstattung zeichnet der Grafiker Tilman Wendland verantwortlich.

Die Schulkapelle befindet sich im neuen Erweiterungsbau, der einen zweizügigen Schulbetrieb in Grundschule und Gymnasium ermöglicht. Die 2008 wieder gegründete Schule besuchen heute 377 Schülerinnen und Schüler. 2014 werden die ersten ihr Abitur ablegen können. Die katholische Marienschule in der Hauptstadt des Landes Brandenburg befindet sich in der Diaspora. Nur drei Prozent der Einwohner Brandenburgs sind katholisch. Die große Mehrheit, fast 80 Prozent, gehört weder einer christlichen Konfession noch einer anderen Religion an. In der Schule zeigt sich ein anderes Bild: 228 der Schüler und damit die Mehrheit sind katholisch, 104 evangelisch und 45 konfessionslos. Die katholischen Familien bringen ihre Kinder aus dem ganzen Umland, aus Potsdam, Teltow und dem Süden Berlins in die Marienschule.

Das Bonifatiuswerk half als Diaspora-Hilfswerk schon bei der Errichtung der Marienschule 2009 und stellte seitdem insgesamt 135.000 Euro für den Bau der Schule bereit. Es unterstützt damit die Initiative des Erzbistums, katholischen Kindern und Jugendlichen den Besuch einer katholischen Schule zu ermöglichen und zugleich ein sprechendes Zeichen in der Gesellschaft zu setzen. Insgesamt ist das Erzbistum Berlin Träger von 19 Schulen in Berlin und 3 in Brandenburg.