Hilfen für Flüchtlinge im Erzbistum Berlin

Nicht erst seit dem Appell des Papstes, in jeder Pfarrei eine Flüchtlingsfamilie aufzunehmen, engagieren sich Christen im Erzbistum Berlin auf unterschiedlichen Ebenen in der Hilfe für Flüchtlinge. Neben dem Diözesan-Caritasverband geschieht dies in den Pfarrgemeinden, in Verbänden und Vereinen, aber auch selbst organisiert oder durch Beteiligung an Vereinen wie „Moabit Hilft“.

Die folgende Zusammenstellung ist also an vielen Punkten nur eine Momentaufnahme und ein Zwischenstand ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Finanzmittel:

  • Flüchtlingsfonds des Erzbistums Berlin mit 500.000,- € (jeweils 250.000,- € für 2015 und 2016).
  • 299.000,- € Eigenmittel des Caritasverbands für das Erzbistum Berlin.

Sachmittel:

Der Caritasverband sammelt umfangreiche Sachspenden (Kleidung, Decken, Hygieneartikel, Lebensmittel, Mobiliar, Tickets für Nahverkehr, Kinderwagen, Rollstühle etc.). Einzelne Gemeinden sammeln ebenfalls in kleinerem Umfang Sachspenden. Auch die Mitarbeiter der Verwaltung im Erzbischöflichen Ordinariat organisieren Sach- und Geldspenden.

Unterkünfte:

  • Eine Notunterkunft für 100 Flüchtlinge befindet sich in einem Gebäude auf dem Gelände des St. Hedwig-Krankenhauses der Alexianer. Die Alexianer haben das Gebäude zur kostenlosen Nutzung zur Verfügung gestellt. Die Betreuung wird durch den Caritasverband organisiert. Etwa 100 Ehrenamtliche engagieren sich dort, u.a. werden Sprachkurse angeboten.
  • Der Caritasverband ist Träger eines Wohnungsverbunds für Flüchtlinge mit 200 Plätzen.
  • Das Erzbistum stellt eine Immobilie für zehn Jahre mietfrei zur Verfügung. Darin wird der Caritasverband ab November eine Flüchtlings-Gemeinschaftsunterkunft betreiben.
  • In Brandenburg werden Vorbereitungen dafür getroffen, das ehemalige Bildungshaus St. Konrad in eine Flüchtlingsunterkunft umzuwandeln, die vom Caritasverband betrieben werden soll.
  • Die Gemeinde St. Matthias (Berlin-Schöneberg) hat 35 syrisch-orthodoxe Christen in der zu ihr gehörenden Kirche St. Elisabeth aufgenommen (Finanzierung durch Spenden).

Personal:

Der Caritasverband hat 32 Mitarbeiter im Bereich der Flüchtlingshilfe.

Überaus engagiert speziell für syrische Flüchtlinge ist schon seit Jahren die Gemeinde St. Laurentius in Berlin-Mitte: http://www.laurentius-berlin.de/ Die Bildungsstätte für Flüchtlinge JACK bietet Sprachkurse derzeit für 80 Flüchtlinge an, auch für solche, die keinen Anspruch auf einen staatlichen Kurs haben: http://www.jack-berlin.org/ Comboni-Schwestern http://www.comboni.de/standorte/berlin/) betreiben eine SOLWODI-Beratungsstelle in Berlin.

JACK und SOLWODI sind an die Gemeinde St. Christophorus in Berlin-Neukölln angebunden, die sich schon seit Jahren für Flüchtlinge engagiert: http://www.christophorus-berlin.de/

Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst betreut Abschiebungshäftlinge, sog. Geduldete und Menschen ohne Aufenthaltsstatus.

Sonstiges:

Sprachkurse über den Caritasverband.

Besondere Vorhaben:

Anfang 2015 hat der Caritasverband eine Beratungsstelle für Flüchtlinge und Ehrenamtliche eröffnet, die gemeinsam vom Caritasverband und dem Erzbistum finanziert wird. Hier werden Flüchtlinge individuell beraten, aber auch Ehrenamtliche und Gemeinden, die sich für Flüchtlinge einsetzen, können sich Rat und Unterstützung holen. Eine Stelle wird vom Erzbistum finanziert.

Seit ca. vier Wochen ist der Caritasverband beim Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales, das für die Erstaufnahme von Flüchtlingen zuständig ist, tätig. Hier sind täglich etwa 1.200 Flüchtlinge vor Ort und warten unter freiem Himmel auf ihre Registrierung (die Registrierung ist Voraussetzung für die Zuteilung einer Unterkunft). Der Caritasverband leistet humanitäre Hilfe für Härtefälle, betreut Kinder und Schwangere, koordiniert die Ehrenamtsarbeit und die medizinische Versorgung.

Anzahl Ehrenamt:

Der Diözesan-Caritasverband überblickt rund 500 Ehrenamtliche, weitere Ehrenamtliche organisieren sich selbst.