Kardinal Woelki: Rechtsradikale Parteien sind schmerzende Wunde

Berlin (KNA) Kardinal Rainer Maria Woelki hat nachdrücklich zum Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus aufgerufen. Der Berliner Erzbischof kritisierte am Sonntag in der Hauptstadt, dass "in Parlamenten von deutschen Bundesländern und Mitgliedern der Europäischen Union offen rechtsradikale Parteien vertreten sind". Dies sei "nicht nur ein Skandal, sondern eine Wunde, die jeden schmerzen sollte", betonte Woelki beim Auftakt der 62. Berliner christlich-jüdischen "Woche der Brüderlichkeit".

"Wir dürfen uns mit solchen Entwicklungen nicht abfinden", forderte der Kardinal in seiner Festansprache. Um diese Tendenzen "zu verurteilen und zu bekämpfen, muss man weder Politiker noch Journalist noch Bischof sein. Dazu sind demokratische Gesinnung, mitmenschliche Herzensbildung und Anstand hinreichend". Antisemitismus sei "nicht allein moralisch verwerflich, sondern Ausweis der Ablehnung aller Werte unserer demokratischen Gesellschaft, nicht zuletzt Freiheit und Vielfalt".

In diesem Jahr steht die "Woche der Brüderlichkeit" unter dem Motto "Freiheit Vielfalt Europa". Bundesweit wurde sie ebenfalls am Sonntag in Kiel eröffnet. Veranstalter sind die rund 80 Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Deutschland. Woelki würdigte sie als "Gruppen überaus aktiver Frauen und Männer", auch wenn sie keine Massenbewegung seien. Sie bewiesen dennoch, dass gesellschaftliches Engagement Erfolg haben könne.

Aus Anlass der Woche finden in Berlin bis November rund 150 Vorträge, Konzerte und Ausstellungen zum Verhältnis von Juden und Christen sowie von Deutschen und Israelis statt. An dem Programm wirken rund 260 weitere Institutionen und Einzelpersonen mit.

Hinweis: Das Programm für Berlin ist unter www.gcjz-berlin.de abrufbar und als Broschüre erhältlich.