Kardinal Woelki: Zuwanderungsdebatte ist beschämend

Berlin (KNA) Kardinal Rainer Maria Woelki hat die Debatte über eine Armutszuwanderung aus Bulgarien und Rumänien scharf kritisiert. Bei einem Neujahrsempfang des Erzbistums Berlin äußerte er sich am Mittwoch in der Hauptstadt "erschüttert" darüber, "wie sofort mit Ängsten und Stereotypen polarisiert" werde. "Beschämender könnten manche Aussagen nicht sein", so der Berliner Erzbischof. Er warnte davor, mit Blick auf Wahlkämpfe mit ausländerfeindlichen Aussagen "Bauernfängerei" zu betreiben.

Woelki forderte eine "differenzierte Diskussion" darüber, wie eine Integration gelingen könne. Wie in der Welt insgesamt sei Migration auch in Deutschland "nicht wegzudenken". Erforderlich sei deshalb eine "Willkommenskultur statt einer Abwehrkultur". Dies mache auch das zunehmende Missverhältnis zwischen jungen und alten Menschen in Deutschland sinnvoll. Zugleich müssten die Auswanderungsländer aber dabei unterstützt werden, ihren Bürger etwa durch Bildungsmaßnahmen Perspektiven in der Heimat zu eröffnen.

Der Kardinal erklärte, Initiativen wie das Projekt der Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft für Roma-Zuwanderer in Berlin-Neukölln zeigten, wie Integration möglich sei. Er würdigte auch die Bemühungen von Caritas und Kirchengemeinden in Berlin, obdachlosen Migranten Unterkünfte zur Verfügung zu stellen. Dies zeige, dass Lösungen nur durch das Engagement vieler zu finden seien.