Katholische Verbände und Familienbischof Georg Kardinal Sterzinsky kritisieren Stillstand bei den Hartz-IV-Kinderregelsätzen

Der Berliner Erzbischof und Vorsitzende der Familienkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Kardinal Sterzinsky, sowie mehrere katholische Verbände haben die Neuberechnung der Hartz-IV-Regelsätze für Kinder und Jugendliche scharf kritisiert. „Die Solidarität in unserer Gesellschaft bemisst sich an unserer Haltung gegenüber den Schwächsten. Es darf deshalb nicht von der Kassenlage abhängen, ob wir Kindern und Jugendlichen ein menschenwürdiges Dasein mit Teilhabe an der Gemeinschaft zugestehen“, sagte Georg Kardinal Sterzinsky heute in Berlin. 

Die katholischen Verbände fordern eine Erhöhung der Regelsätze für Kinder und Jugendliche im SGB II-Bezug um 20 bis 40 Euro je nach Altersstufe. Die Feststellung der Bundesregierung, die jetzigen Regelsätze seien zu hoch, führt zu einem inakzeptablen Einfrieren der Kinderregelsätze für die nächsten Jahre. Wer Kinderarmut wirksam bekämpfen will, kommt an einer Erhöhung der Regelsätze und einer besseren Förderung der Familien nicht vorbei.

Darüber hinaus kritisieren die Verbände, dass das geplante Bildungspaket für Kinder von den Familien im SGB II-Bezug letztlich keine Besserstellung bedeutet. Denn die Höhe der veranschlagten Mehraufwendungen entspricht in etwa dem Betrag, der Familien ab dem nächsten Jahr durch die Anrechnung des Elterngeldes als Einkommen entzogen wird.

 Zu den Unterzeichnern gehören:

Familienbund der Katholiken (FDK)
Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB)
Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ)
Katholische Landvolkbewegung Deutschland (KLB)
Arbeitsgemeinschaft für katholische Familienbildung (AKF)
Gemeinschaft Katholischer Männer und Frauen im Bund Neudeutschland (KMF/ND)