Pressemeldung

„Mit offenem Ohr und hörendem Herzen“Fünf Männer werden zu Ständigen Diakonen geweiht

Greiner, Teuber, Verheijen, Richter, Kopf v.l.n.r / Foto: Eckhard Pohl

Am Samstag, 28. September 2019, 10.00 Uhr, werden Thomas Greiner, Andreas Kopf, Georg Richter, Marc Teuber und Dirk Verheijen in der katholischen Kirche St. Joseph (Müllerstr. 161, Berlin-Wedding) von Erzbischof Dr. Heiner Koch zu Ständigen Diakon geweiht.

Thomas Greiner (55 Jahre), in Zweibrücken (Rheinland-Pfalz) geboren, ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt seit mehr als 10 Jahren in Berlin. Seit 2006 arbeitet er im Bundesministerium für Bildung und Forschung. Seine Heimatgemeinde in Berlin ist „Maria Gnaden“ (Reinickendorf). Zu seiner Berufung zum Diakon schreibt er selbst:
„Christ zu sein heißt für mich: Für andere da zu sein, Bote zu sein für die Liebe Jesu und gerade Menschen in Not zu dienen. Die Diakone sind Zeichen einer dienenden Kirche und des dienenden Christus. Nach langem Suchen habe ich erkannt, dass der Dienst des Diakons mein Weg der Nachfolge ist, um damit eine Brücke zwischen den Menschen und der dienenden Kirche zu sein; denn nur eine dienende Kirche dient zu etwas.“

Andreas Kopf (58 Jahre) ist in Berlin geboren und wurde in der evangelischen Kirche „Zum Heilsbronnen“ in Berlin-Schöneberg getauft; als Erwachsener konvertierte er zur Katholischen Kirche. Er ist verheiratet und hat einen Sohn. Er arbeitet als Arzt an der Charité und ist auch international in der medizinischen Forschung und Lehre und in medizinischen Projekten tätig. Seine Heimatgemeinde ist „Maria Rosenkranzkönigin“. Er schreibt zu sich selbst und seinem Berufungsweg:
„Nicht ein großes Ereignis, sondern viele kleine Hinweise haben mich auf den Weg zum Diakon gebracht und auf dem Weg gehalten. Durch das Kennenlernen anderer Diakone, der Ausbilder und der Mitdiaconandi habe ich mehr und mehr verstanden, auf welchen Weg ich mich mache. Das Ziel ist, mich in Dienst nehmen zu lassen und mit der Gnade der Weihe gestärkt zu sein. Meine Hoffnung ist es, damit für andere etwas geben zu können.“

Georg Richter (54 Jahre) ist in Schwedt/Oder geboren und lebt dort. Er wurde in der Kirche „Mariä Himmelfahrt“ in Schwedt getauft; auch heute ist dies seine Heimatgemeinde. Er ist verheiratet, hat vier Kinder und ist als Selbstständiger in der IT-Branche tätig. Über seinen zukünftigen Dienst als Diakon schreibt er:
„Aufgewachsen bin ich in einer strukturschwachen Disporaregion an der polnischen Grenze. Christlicher Glaube hatte es immer schwer in einer sozialistischen Musterstadt. In dieser Situation ist es mir wichtig, den Glauben ‚erlebbar‘ zu machen und auch diejenigen zu stärken, die mit mir hier ihren Glauben leben. Auch in Zukunft soll noch christlicher Glauben in der Region sichtbar sein. Dazu müssen wir heute die Grundlagen schaffen - ich möchte daran mitwirken.“

Marc Teuber (38 Jahre) ist in Frechen (Nordrhein-Westfalen) geboren und in St. Katharina, Köln-Niehl, getauft worden. Aufgewachsen ist er in Berlin-Rudow, er ist verheiratet und hat eine Tochter. Der Diplomtheologe arbeitet zurzeit als Krankenhausseelsorger. Seine Heimatgemeinde ist St. Theresia in Birkenwerder. Über seinen Weg zum Diakonenamt schreibt er:
„‘Gott, der Herr, hat mir das Ohr geöffnet‘ – Dieser Satz aus dem Buch Jesaja macht für mich deutlich, was Diakon-Sein bedeutet: Mit offenen Ohren und hörendem Herzen für die Menschen da zu sein, und zwar unabhängig von Konfession und Religion, ganz gleich ob in der Stadt oder auf dem Land. Ich will denen, die sich abgehängt fühlen, zeigen: Die Kirche hat euch nicht vergessen.“

Dirk Verheijen (62 Jahre) wurde In Utrecht (Niederlande) geboren und dort getauft. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Nach verschiedenen Stationen, auch im Ausland, arbeitet der studierte Politikwissenschaftler als Akademischer Direktor an der Freien Universität Berlin. Seine Heimatgemeinde ist ebenfalls „Maria Rosenkranzkönigin“. Er gehört dem Dritten Orden der Franziskaner an. Über seinen diakonalen Dienst schreibt er:
„Als Diakon sehe ich meine Aufgabe als die eines dienenden Wegbegleiters für meine Mitmenschen auf ihrem Lebens- und Glaubensweg, in der Gemeinde und in der Kirche, aber auch darüber hinaus in einer Gesellschaft, die so oft von Suchen und Fragen geprägt ist. Der Diakon spielt somit eine Brückenrolle zwischen Kirche und Gesellschaft. Ich empfinde den Diakonat als Geschenk, Auftrag und Einladung – weniger als Amt.“

Zu diesem Weihekurs gehörte auch Siegfried Ostermaier, der am 6. Juni 2019 im 53. Lebensjahr nach schwerer Krankheit verstorben ist. Herr Ostermaier wurde in Hamburg geboren und wuchs auch dort auf; erst als Erwachsener fand er zum Glauben und ließ sich 2011 taufen. Bis zu seinem Tod war er Förster. Als sich abzeichnete, dass er die Diakonenweihe nicht mehr erleben würde, bot ihm Erzbischof Koch an, ihm die Diakonenweihe im kleinen Kreis vorab zu spenden. Darauf antwortete er, dass er sich die Weihe nicht für sich, sondern für den Dienst an den Menschen gewünscht habe und lehnte das Angebot ab. – Das Gedenken an ihn, auch während der Liturgie, ist den Weihekandidaten ein großes Anliegen.

Das Zweite Vatikanische Konzil hat durch eine Neuausrichtung des Bischofs- und Priesteramtes, das Ständige Diakonat in der Kirche neu begründet. So sind geweihte Männer schwerpunktmäßig in den seelsorglichen Feldern wie der Kranken- und Altenpastoral oder in der Gefängnisseelsorge eingesetzt. Es sind in der Regel verheiratete Männer, deren Ehefrauen nicht nur ein besonderes Engagement in der Kirche mittragen, sondern die auch einen gemeinsamen geistlichen Berufungsweg mitgehen. In der Weiheliturgie wird auch dazu ausdrücklich die Zustimmung der Ehefrauen erfragt. Im Erzbistum Berlin gibt es 42 Ständige Diakone, die meistens als Ständige Diakone in ihrem Zivilberuf arbeiten. Sie tun dies im kirchlichen Auftrag zunächst in ihrem ausgeübten Erwerbsberuf und verbinden gesellschaftliche Themen und Herausforderungen des Alltags mit dem kirchlichen Tun in den Gemeinden. Die Diakone verbinden so auch in ihrem Engagement die Sorge um die Armen und Bedürftigen mit dem feiern der ganzen Kirche in der Liturgie.