Mut zur HoffnungInternationales Friedenstreffen der Gemeinschaft Sant’Egidio in Rom

v.l.n.r.: Rabbiner Engelmayer, Dirk Wetzel, Veronika Krischer, evangelisch-lutherische Bischof Eero Huovinen aus Finnland, Maria Herrmann, Alexander Linke

„Es gibt eine große spirituelle Frage in der globalen Welt, die zu oft nicht gestellt wird, wenn sich verschiedene Völker begegnen und zusammen leben: Wie soll man mit dem anderen zusammen leben? Gibt es gegenseitige Wertschätzung und Hochachtung?  Oder tauscht man nur Waren aus?“, fragte Prof. Andrea Riccardi bei der Eröffnung des 27. Internationalen Friedenstreffens der Gemeinschaft Sant’Egidio, das vom 29.9. bis zum 1.10. unter dem Motto „Mut zur Hoffnung“ in Rom stattgefunden hat.

Mehr als 500 Repräsentanten aus Christentum, Judentum, dem Islam und den asiatischen Religionen sowie gläubige und nichtgläubige Persönlichkeiten aus Kultur und Politik trafen sich in einem Geist des Dialogs und der Freundschaft, um das Erbe des von Johannes Paul II. 1986 initiierten Weltgebetstags für den Frieden von Assisi aufzugreifen. In 33 runden Tischen zu Themen wie „Die historische Kraft des Gebetes“, „Gott ist Barmherzigkeit“ oder „Christen und Muslime – Die Kultur des Zusammenlebens“ wurde über Herausforderungen der Welt von heute nachgedacht und die besondere Verantwortung der Religionen unterstrichen, die in der Weitergabe gelebter Spiritualität Mittel und Wege haben, um die Welt menschlicher zu machen.

Trotz der Komplexität der behandelten Themen will das Friedenstreffen von Sant’Egidio ausdrücklich kein rein akademischer Dialog sein. Eingeladen ist jeder. Alle Veranstaltungen sind kostenlos, denn der „Mut zur Hoffnung“ darf niemandem vorenthalten werden: „Das Treffen findet in einer Zeit statt, in der die Welt scheinbar nicht mehr von einer besseren Zukunft träumt“, schreibt der Schlussappell, den die Religionsvertreter in der feierlichen Schlusszeremonie unterzeichneten. Ein Zeichen des Wunsches, wirklich alle Menschen zu erreichen, war auch der runde Tisch, der in dem römischen Gefängnis Rebibbia veranstaltet wurde, einem Ort, an dem Sant‘Egidio seit vielen Jahren Gefangene besucht.

Die Mitglieder der Berliner Gemeinschaft Sant’Egidio, die beim Friedenstreffen in Rom ehrenamtlich mitgearbeitet haben, sind jedenfalls gestärkt zurückgekehrt, um wieder vor Ort „Mut zur Hoffnung“ auszusäen, sei es bei ihren Freunden im Altenheim, bei den Kindern von Neukölln oder beim Friedensgebet der Gemeinschaft jede Woche Donnerstag um 19.30 Uhr in der Kirche „Heilige Familie“ im Prenzlauer Berg.

Kontakt: berlin(ät)santegidio.de