Ökumenischer Filmpreis der Berlinale für "On body and soul"

Die ökumenische Jury © Ekko von Schwichow

Berlin (KNA) Die poetische Liebesgeschichte "On body and soul" ("Testrol es lelekrol") der ungarischen Regisseurin Ildiko Enyedi hat am Samstag den Preis der Ökumenischen Jury der 67. Berliner Filmfestspiele erhalten. Eine lobende Erwähnung gab es außerdem für das Drama "A fantastic woman" ("Una mujer fantastica") des Chilenen Sebastian Lelio.

"On body and soul" ist eine Geschichte um die Liebe zwischen zwei auf den ersten Blick dafür ungeeigneten Menschen: Eine Frau, die ganz in einer Welt der Zahlen und Normen aufgeht, und ein etwas älterer, verschlossener Mann, kommen sich in einem Schlachthaus in Budapest näher, als sie feststellen, dass sie aus einem rätselhaften Grund dieselben Träume träumen.

"Mit subtilen Bildern schärft Ildiko Enyedi unsere Sinne und setzt zugleich Fragen nach unserer Beziehung mit anderen in Gang", so die Begründung der Jury. Der Film zeige, "wie wir unsere Unvollkommenheit überwinden und uns mit anderen kreatürlichen Wesen verbinden können".

In "Una mujer fantastica" stirbt der Liebste der titelgebenden "fantastischen Frau" Marina gleich zu Beginn und lässt sie in einer Situation zurück, in der ihr Recht auf Trauer streitig gemacht wird: als Transgender-Frau wird sie von der Familie des Toten abgelehnt. "Einerseits wehrt sie sich gegen eine Reduzierung auf ihr Geschlecht und kämpft zugleich für die Freiheit, ganz sie selbst sein zu können", kommentierte die Ökumenische Jury.

Den Preis in der Sektion "Panorama" erhielt "Tahqiq fel djenna" von Merzak Allouache. Eine junge algerische Journalistin erforscht darin die unterschiedlichen Paradieserzählungen im Islam. "Das Projekt demonstriert die Macht theologischer Konzepte und ihren Einfluss auf das Alltagsleben und führt zugleich Elemente der Bruchstückhaftigkeit und Vielfältigkeit des Islam vor Augen", so die Begründung. Merzak Allouaches Film warne vor der Gefahr, aus dem Paradies eine Ware zu machen, deren Preis das Leben junger Männer und Frauen ist. In dieser Kategorie gab es zudem eine lobende Erwähnung für "I am not your negro" von Raoul Peck.

In der Kategorie "Forum" wurde "Maman Colonelle" von Dieudo Hamadi ausgezeichnet. Der Film verdeutlicht laut der Jury die traumatischen Folgen von Gewalt und zeigt dann, die Möglichkeit einer sozialen Gemeinschaft von Überlebenden, in der es wieder Hoffnung gibt. Eine lobende Erwähnung gab es für "El mar la mar" von Joshua Bonnetta.

Die Jury der Kirchen ehrt Filmschaffende, die in ihren Filmen ein menschliches Verhalten oder Zeugnis zum Ausdruck bringen, das mit dem Evangelium in Einklang steht, oder die es in ihren Filmen schaffen, die Zuschauer für spirituelle, menschliche und soziale Werte zu sensibilisieren.Die internationalen Filmorganisationen der evangelischen und der katholischen Kirchen - Interfilm und Signis - verleihen dabei einen Hauptpreis für einen Film aus dem Wettbewerb sowie je einen mit 2.500 Euro dotierten Preis für einen Film aus der Sektion Panorama und aus dem Programm des Forums.