Pressemeldung

Ostdeutsche Bischöfe zu OsternAngst und Terror keinen Raum geben

Berlin (KNA) Zum Osterfest haben katholische und evangelische Bischöfe in Ostdeutschland dazu aufgerufen, Angst und Terror mit Mut und Zuversicht zu trotzen.

Der Berliner Erzbischof Heiner Koch mahnte in einem Osterbrief an alle rund 325.000 katholischen Haushalte im Erzbistum Berlin zu mehr Gottvertrauen. Sonst lasse sich der Auferstandene "in unserem Leben nicht erfahren". Kochs evangelischer Amtskollege Markus Dröge nannte Ostern ein "Fest der Hoffnung". Das Kreuz sei ein Leidenssymbol, aber auch ein Zeichen von Lebens- und Widerstandskraft. "Daran orientieren wir uns und lassen uns nicht durch Gewalt und Misstrauen beirren", so der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.

Christen seien zum "Widerstand gegen die Mächte des Todes, gegen leibliche wie seelische Verkümmerung, gegen alles, was Leben schändet, verletzt und zerstört", verpflichtet, erklärte der Magdeburger Bischof Gerhard Feige. "Die Not der Welt" gehe die Menschen "etwas an, sogar enorm viel".

Engherzigkeit und Ichbezogenheit könne nur überwinden, wer den "Himmel im Blick" behalte, betonte Feige. Gott gebe den Menschen niemals auf. Wer sein Wort höre und es im Glauben annehme, der kann "vielleicht nicht nur beruhigter sterben, sondern auch hoffnungsvoller leben". Auch wenn die Menschen "unberechenbar und verführbar" blieben, seien sie jederzeit fähig, sich vorteilhaft zu entwickeln und "zu neuer Hoffnung aufzubrechen".

Die mitteldeutsche Bischöfin Ilse Junkermann erklärte: "Jesus zieht auch uns auf seine Seite, auf die Seite des Lebens. Er ist der Anwalt des Lebens." Der auferstandene Christus, der Tod und Schrecken überwunden habe, stehe an der Seite der Menschen in Not, Trauer und Angst und leide mit ihnen, wie etwa mit den Betroffenen der Brüsseler Anschläge. Zugleich halte er die Hoffnung und Sehnsucht nach einem guten Leben wach: "Friedlich. Menschlich. Ohne Angst und Schrecken. Und entschieden gegen Hetze und Gewalt, gegen Neid und Egoismus".

Der anhaltische Kirchenpräsident Joachim Liebig zeigte mit Blick auf Brüssel Verständnis für Wut auf die Attentäter. Er mahnte aber: "So sehr das menschlich verständlich ist, darf Wut doch nie Grundlage für die Reaktionen darauf sein." Die Botschaft des christlichen Kreuzes umfasse auch die Bitte Jesu um Vergebung für seine Mörder. Liebig räumte zugleich ein: "Wäre ich persönlich von einem Attentat betroffen, weiß ich freilich nicht, ob ich stark genug wäre, für die Täter zu beten." Christenmenschen seien jedoch gewiss, "bereits in diesem Leben und darüber hinaus eine Geborgenheit bei Gott zu finden, der selbst der Tod nicht standhält".

Der Diözesanadministrator des Bistums Dresden-Meißen, Andreas Kutschke, rief die Christen auf, sich aktiv um Menschen in Not zu kümmern: "Uns ist es nicht gegeben, jede Finsternis durch ein Wunder einfach beiseite zu schieben. Doch unser Beistand, unsere kleine Geste, unser schwacher Glaube - wie oft können sie zum Funken werden, der Licht wird und zum österlichen Lichte führt."

Kutschke appellierte in seiner Osterpredigt in Bautzen an die Gläubigen, dass sie auch gegen Widerstand und Unsicherheit an "Worte des Lebens erinnern, wo alle nur vom bitteren Ende reden". Christen seien gesandt, "den Menschen in ihren dunkelsten Stunden beizustehen". Kutschke leitet das Bistum übergangsweise bis zur Wahl eines neuen Bischofs.

Der evangelische Landesbischof Carsten Rentzing nahm Bezug auf die jüngsten Terroranschläge in Brüssel: "In Zeiten, in denen die Botschaft des Hasses und des Todes immer lauter in unsere Welt hineindröhnt und furchtbare Opfer fordert, erstrahlt die Botschaft der Auferstehung Christi, die Botschaft des Friedens und des Lebens in neuem Glanz in unserer Mitte." Wer sich von dieser Botschaft ergreifen lasse, werde motiviert, "Leben und Frieden in diese Welt zu tragen und sich den Boten des Todes, des Hasses und der Menschenfeindlichkeit zu widersetzen".

Der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr rief in seiner Osterbotschaft dazu auf, das Leben selbst in die Hand zu nehmen und es zu gestalten. In Görlitz nahm Bischof Wolfgang Ipolt einen jungen Mann mit der Taufe in die Gemeinschaft der Kirche auf. "Es ist nicht selbstverständlich, dass jemand Christ wird in heutiger Zeit", so der Bischof.