Rebecca Horn - „Glowing Core“ in der Sankt Hedwigs-Kathedrale

Die 1944 im Odenwald geborene Künstlerin Rebecca Horn wurde 2017 mit dem Wilhelm-Lehmbruck-Preis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet und legte im gleichnamigen Museum mit ihrer Installation „Hauchkörper“ eine Arbeit von hoher Qualität vor, die eines der meist diskutierten Kunstwerke der letzten Jahre wurde.

Rebecca Horn ist eine der wichtigsten, innovativsten und experimentierfreudigste Künstlerinnen Deutschlands. Als Bildhauerin, Zeichnerin, Literatin, Filmemacherin, Videoinstallations- und Performancekünstlerin hat die Trägerin des Goslarer Kaiserrings in den letzten Jahrzehnten ein umfassendes und stringentes Werk geschaffen, das eine eigene Poesie des Mechanischen entwirft. Ihr Werk wird von einer unverwechselbaren konsequenten Logik zusammengehalten. Jede neue Arbeit entwickelt sich aus der vorherigen. Dabei können Elemente wieder aufgegriffen werden, die in verschiedenen Kontexten völlig verwandelt erscheinen.

Die für die Berliner Sankt Hedwigs-Kathedrale verantwortlichen Kuratoren schätzen sich glücklich der Künstlerin Rebecca Horn eine Solo-Ausstellung widmen zu können und damit die erste große Präsentation nach ihren Ausstellungen in der Berliner Nationalgalerie 1994 und ihrer umfassenden Werkschau im Martin-Gropius-Bau 2006 zu zeigen. Für den Lichthof des Martin-Gropius-Baus entwickelte die Künstlerin eine zentrale Installation mit dem Titel „Das Universum in einer Perle“. Diese Arbeit wurde in den letzten Jahren in unterschiedlichen Ländern, Instituten und Kontexten gezeigt und sie bildet das Zentrum der Installation „Glowing Core“ in der vollständig ausgeräumten   Sankt Hedwigs-Kathedrale. Auch wenn Rebecca Horn aus gesundheitlichen Gründen derzeit nicht reisen kann, richtet sie ihre aus zahlreichen Skulpturen bestehende Ausstellung selbst ein.

Wie 2003 in einer alten Klosterkirche in Pollenca auf Mallorca (damals mit dem Titel „Mondspiegel“) positioniert sie die Arbeit in das Zentrum des Kirchenraums, genau unter das Fenster der Kuppel. Hier entsteht eine unsichtbare aber deutlich spürbare „Atemsäule“ zwischen einem schwankendem Bodenspiegel und einem Lichtwirbel unter der Deckenkuppel. Um die zentrale Arbeit setzt die Künstlerin kinetische Objekte sowie Skulpturen von aus Eisen gegossenen Totenköpfen, Kakteen und goldenen Stehlen, die wieder an ihre Arbeit im Lehmbruck-Museum erinnern.

Dem Wunsch der Künstlerin entsprechend, wird diese – anders als in ihrer Vorgänger-Präsentation „Glowing Core“ auf Palma de Mallorca im Jahr 2015 - nur bei Dunkelheit gezeigt werden. Dies brachte die Veranstalter der Ausstellung gemeinsam mit der Künstlerin zu der Entscheidung die Kirche immer erst zum Sonnenuntergang für das Publikum zu öffnen.

In Vorbereitung des vom Erzbistum in den nächsten Jahren beabsichtigten Umbaus ist die Öffnung zur „Unterkirche“ geschlossen und so wird sich Rebecca Horns Gesamtinstallation aus 17 Einzelskulpturen und Skulpturengruppen auf einer horizontalen Ebene bewegen. Hiermit entsteht, verbunden mit dem fehlenden Tageslicht, für den Besucher ein komplett neuer Raumeindruck.

Die Ausstellung ist täglich vom Sonnenuntergang bis um 23.00 Uhr für das Publikum bei freiem Eintritt zugänglich. Am Dienstag, Donnerstag und Samstag ist jeweils um 22.00 Uhr unter dem Titel „Spirituell.Liturgisch.Frei. - Nachtmusik um Zehn“ ein halbstündiges Konzert zu hören.

Einladung