Segenswünsche zum Fastenbrechen – Bischöfe schreiben an Muslime

„Lassen Sie uns weiterhin gemeinsame Schritte tun, um das Zusammenleben und Zusammenarbeiten von Menschen unterschiedlicher Religion und Herkunft gerecht und friedvoll zu gestalten – hier in Deutschland und überall auf dieser Erde.“ Mit diesen Worten beschließen Bischof Dr. Markus Dröge und Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki ihre Segenswünsche zum Fastenbrechen am Ende des Ramadan. Sie betonen in dem Schreiben die Bedeutung des Fastens für den christlichen wie den muslimischen Glauben und sehen im Fasten „ein Zeichen in dieser Welt für mehr Gerechtigkeit durch Teilen und Anteilnahme“.

Wir dokumentieren den Brief im Wortlaut:

Liebe muslimische Freunde,

zum Fest des Fastenbrechens am Ende des gesegneten Monats Ramadan senden wir Ihnen im Namen der Christinnen und Christen des Erzbistums Berlin und der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz die besten Segenswünsche als Zeichen der Verbundenheit.

Für Sie ist der Fastenmonat eine Zeit der besonderen Besinnung auf den Inhalt Ihres Glaubens und eine Zeit der intensiven Erfahrung von Gemeinschaft unter den Gläubigen. Wir wünschen, dass Sie durch die Güte Gottes viele bereichernde Erfahrungen gemacht haben.

Auch in der Christenheit fasten Menschen, z.B. in der Adventszeit vor Weihnachten oder in der Passionszeit vor Ostern. Die Fastenzeit lädt ein, sich wieder neu auf die Frage nach dem Sinn des Lebens zu konzentrieren und sich bewusst auf die immerwährende Anwesenheit Gottes einzustellen. Gläubige aller Religionen fragen: Was ist wichtig in meinem Leben? Was brauche ich wirklich? Wo wir – vor allem in der westlichen Welt – zu viel von fast allem haben, üben Fastende Verzicht, setzen ein Zeichen in dieser Welt für mehr Gerechtigkeit durch Teilen und Anteilnahme.

Wir erinnern uns gern an die zahlreichen Begegnungen von Christen und Muslimen, in denen wir mit Interesse aneinander und offen füreinander und für das Zusammenleben in unserer Gesellschaft Projekte in Angriff genommen haben, miteinander redeten und auch feierten. Wir wünschen sehr, dass wir im Gespräch bleiben, Gemeinsamkeiten festhalten oder neu entdecken und bewährte Zusammenarbeit weiter pflegen. Lassen Sie uns weiterhin gemeinsame Schritte tun, um das Zusammenleben und Zusammenarbeiten von Menschen unterschiedlicher Religion und Herkunft gerecht und friedvoll zu gestalten – hier in Deutschland und überall auf dieser Erde.

Mit besten Wünschen und Grüßen wünschen wir Ihnen eid mubarak zum Ramadan

 

Bischof Dr. Markus Dröge                                 Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki