Stadtgespräch St. Adalbert25 Jahre nach dem Mauerfall

Diskussionsabend mit Wolfgang Thierse und der Grünen-Politikerin Bettina Jarasch, mit Weihbischof em. Wolfgang Weider, Propst i.R. Karl-Heinrich Lütcke und Pfarrer Thomas Jeutner – Termin: 20. November 2014, 19.30 Uhr im Ökumenischen Zentrum St. Adalbert, Torstraße 168, Berlin-Mitte.

Berlin - Erinnerungen an die Zeit vor, während und nach dem Mauerfall, eine kritische Analyse der Auswirkungen dieses Ereignisses auf Gegenwart und Zukunft: All das wird beim Diskussionsabend am 20. November 2014 in St. Adalbert, Berlin Mitte, zur Sprache kommen. Ein Blick auf die Gästeliste verspricht einen spannenden Abend: eingeladen sind Vertreter aus Politik und Kirche. Etwa Wolfgang Thierse – kaum ein deutscher Politiker hat zum Thema Wiedervereinigung so viel zu sagen, so viel erfahren wie er. Thierse ist außerdem Schirmherr des Projektes St. Adalbert, das den Abend zusammen mit dem Ökumenischen Rat Berlin-Brandenburg und Gemeinsam für Berlin veranstaltet.

Diskussionsteilnehmer Wolfgang Weider war ab 1982 Weihbischof im geteilten Bistum Berlin und hat in seiner Arbeit hautnah die Auswirkungen der Mauer in der geteilten Stadt erlebt - denn das Bistum ist trotz Mauer eins geblieben. Als junger Weihbischof lebte er in der geteilten Pfarrei St. Michael, deren weitaus größter Teil 28 Jahre lang nicht mehr ihre Kirche besuchen konnte. Bis zum Fall der Mauer trug er ein Bischofskreuz, auf dem symbolisch die Trennung des Bistums durch die Mauer zu sehen ist. l Der aus Tübingen stammende evangelische Theologe Karl-Heinrich Lütcke hat in den Jahren nach der Wiedervereinigung zunächst als Vakanzverwalter das Propstamt der Westregion der evangelischen Landeskirche übernommen. Gemeinsam mit Hans-Otto Furian, dem Propst der Ostregion, übte er das Amt aus und wurde 1996 zum Propst für die gesamte evangelische Landeskirche gewählt.

Der evangelische Pfarrer Thomas Jeutner engagierte sich in der Bürgerrechtsbewegung und erlebte den Fall der Mauer in der grenznahen Oderberger Straße in Ost-Berlin. Heute ist er Pfarrer der Versöhnungsgemeinde an der Bernauer Straße. Die fünfte Diskussionsteilnehmerin, Grünen-Politikerin Bettina Jarasch, ist in Augsburg aufgewachsen und bringt so die westdeutsche Perspektive in die Diskussion. Jarasch ist Berliner Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen sowie Vorsitzende des Pfarrgemeinderats der katholischen Kirchengemeinde St. Marien-Liebfrauen in Kreuzberg. Moderiert wird der Abend von der ARD-Kulturkorrespondentin Maria Ossowski.

Veranstaltungsort des im Rahmen der Reihe Stadtgespräch St. Adalbert stattfindenden Diskussionsabends ist die St.-Adalbert-Kirche. In St. Adalbert plant die Gemeinschaft Chemin Neuf eine ökumenische Wohn- und Begegnungsstätte speziell für junge Menschen und Studierende. Der Fokus der Gemeinschaft liegt unter anderem auf der Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Die denkmalgeschützte katholische Kirche St. Adalbert in der Torstraße 168 im Berliner Bezirk Mitte soll für die Zwecke eines Jugendklosters und einer Begegnungsstätte entsprechend umgebaut werden. Als besonderes bauliches Element sieht das zuständige Architekturbüro Welp eine Gebetshütte auf dem Dach des Wohnhauses vor. Die auf etwa 4,8 Millionen Euro geschätzten Kosten werden durch Spenden finanziert.