Pressemeldung

Statement von Kardinal Sterzinsky zur Debatte um Betreuungsangebote für unter Dreijährige

„Wer Krippenplätze finanziell fördert, muss auch Eltern, die um der Kinder willen auf Erwerbstätigkeit verzichten, angemessen fördern. Dies bedeutet neben der finanziellen Förderung auch, herauszustellen, welche Vorteile und positiven Auswirkungen – pädagogischer und psychologischer Art – die häusliche Betreuung durch die Eltern für die Kinder hat. Es darf nicht der Eindruck entstehen, die Betreuung durch Andere wäre die bessere Alternative.
Eltern, die ihr Kind nicht frühzeitig in eine Kindertagesstätte geben, dürfen deswegen kein schlechtes Gewissen haben müssen. Betreuungsangebote, die – wie es im Koalitionsvertrag heißt – die Erziehung der Eltern ergänzen und Eltern unterstützen, befürworte ich.
In diesem Bereich ist eine echte Wahlmöglichkeit noch nicht hinreichend gegeben. Es darf allerdings nicht ein solcher gesellschaftlicher Druck aufgebaut werden, dass die Wahl- und Entscheidungsfreiheit der Eltern im Bereich Kinderbetreuung faktisch aufgehoben ist.“

Georg Kardinal Sterzinsky ist Vorsitzender der Kommission Ehe und Familie der Deutschen Bischofskonferenz und in dieser Funktion auch zuständig für die auf drei Jahre angelegte Initiative (2005 – 2007) der Katholischen Kirche in Deutschland mit dem Titel: „Hier beginnt die Zukunft: Ehe und Familie“