„Von Gottes Gnade und Barmherzigkeit getragen“ Segensfeier in Vorbereitung auf die Erwachsenentaufe

„Wir glauben, dass unser Leben vom ersten bis zum letzten Atemzug von Gottes Gnade und Barmherzigkeit getragen ist. Gott will, dass wir leben, er lässt uns nie allein, denn ‚in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir‘ (Apg 17,28)“, so Erzbischof Dr. Heiner Koch in seiner Predigt bei der Segensfeier in Vorbereitung auf die Erwachsenentaufe bzw. die Aufnahme in die Katholische Kirche am Samstag, 21. Februar 2026.

Weihbischof Dr. Matthias Heinrich und er legten 180 Taufbewerberinnen und -bewerber sowie 57 Kandidatinnen und Kandidaten für die Aufnahme in die katholische Kirche die Hände auf und segneten sie auf ihrem Weg in die Kirche. Die Segensfeier am Beginn der Fastenzeit in St. Ludwig ist ein großer Schritt auf dem Weg zur Taufe bzw. Konversion und von besonderer Bedeutung. Denn nach einer Zeit des Katechumenats – der Vorbereitung auf die Taufe – erleben die Bewerberinnen und Bewerber gleichermaßen den persönlichen Zuspruch und die größere Gemeinschaft der Gläubigen im Erzbistum Berlin. Sie werden namentlich vorgestellt und finden im Anschluss an den Gottesdienst die Möglichkeit, sich über ihre Motive und Beweggründe auszutauschen. Gleichzeitig bezeugen sie die Ernsthaftigkeit ihres Anliegens und der Vorbereitung. Sie kommen aus allen Teilen des Erzbistums Berlin von Stralsund bis Brandenburg an der Havel, aus den Gemeinden anderer Sprachen und Riten, wie der vietnamesischen und der frankophonen Gemeinde, und sind – mit diesem Gottesdienst –auch offiziell zugelassen zur Feier der Taufe.

Sie kommen nicht allein, sondern werden begleitet von denen, die sie über einen längeren Zeitraum auf die Taufe bzw. Aufnahme in die Kirche vorbereitet haben.

Erzbischof Koch freute sich einerseits über die große Zahl an Taufbewerberinnen und Taufbewerber und Konvertierenden, aber auch über jede und jeden einzelnen mit seinem ganz persönlichen Weg in die Kirche. Er wünschte ihnen allen, „dass auf dem Weg zum bevorstehenden Osterfest der österliche Glaube in ihnen wachse und dass sie in dieser Zeit des Lernens Gottes Gegenwart in ihrem Leben tiefer wahrnehmen. Wir freuen uns, dass wir mit Ihnen zusammen aus dieser Hoffnung in unserer Kirche leben dürfen. Ihnen ein herzliches Willkommen!“

Diese Fastenzeit ist für alle eine ganz besondere, denn traditionell ist der Termin für die Erwachsenentaufe die Osternacht, so dass Erzbischof Koch besonders dazu aufrief, die „Gegenwart Gottes in unserem Leben wahrzunehmen, staunend und voll großer Dankbarkeit“, das sei der tiefere Sinn der Fastenzeit. „Sie führt uns hin zum Geheimnis der Gegenwart des lebendigen Gottes in unserem Leben und in unserem Sterben. (…) Gott zieht sein Wort und seine Zusage zu unserem Leben nie zurück, nicht in unserem Leben, nicht in unserem Tod. Er würde sich selbst widersprechen, wenn er seine Zusage an uns widerrufen würde. Die Treue Gottes zu jedem von uns ist der letzte Grund unserer Hoffnung auf die Auferstehung ins ewige Leben. Wir leben von seiner Gegenwart, seiner Vergegenwärtigung in unserem Leben. Gott lässt uns nie allein.“