Weihe von drei Diakonen im Erzbistum Berlin

Weihekandidaten (v.l.:) Grzegorz Bajer, Marco Pulcini und Stephan Komischke

„In die Hände Gottes überlassen“

Grzegorz Bajer, Stephan Komischke und Dr. Marco Pulcini werden am Samstag, 12. September 2020, in St. Matthias (Winterfeldtplatz) durch Weihbischof Dr. Matthias Heinrich zu Diakonen geweiht.
Die Diakonenweihe ist für die Kandidaten ein weiterer entscheidender Schritt zur Priesterweihe, u.a. versprechen sie die priesterliche Ehelosigkeit, den Zölibat. Diakone haben neben Aufgaben im Gottesdienst die besondere Sorge um Kranke, Arme und Leidende, das Amt steht für den caritativen Bereich von Kirche.
Die Kandidaten bitten um begleitendes Gebet.
Der Weihegottesdienst findet aufgrund der Corona-Pandemie nicht öffentlich und nur mit einer begrenzten Anzahl an geladenen Gästen statt. Über ein mögliches Livestream-Angebot wird noch entschieden.

Grzegorz Bajer (29), aus der Pfarrei „Świętego Józefa“, Lublin (Polen) wuchs als Einzelkind im katholischen Elternhaus auf. Mit 15 Jahren begann er den neokatechumenalen Weg in seiner Pfarrei und spürte seiner stärker werdenden Priesterberufung nach. Mit 18 Jahren trat er in das Priesterseminar Redemptoris Mater in Berlin-Biesdorf ein und studierte Philosophie und Theologie. Während des Praktikums hat er drei Jahre in Italien, Deutschland, Holland und der Schweiz verbracht. Seit September 2019 absolviert er den Pastoralkurs und ist während dieser Zeit in der Pfarrei St. Franziskus in Reinickendorf Nord eingesetzt. Zu seiner Berufung schreibt er:
„In meiner Geschichte habe ich oft Gott gesucht. Und obwohl ich sehr viele Fehler begangen habe, hat er darauf immer mit Barmherzigkeit, Geduld und Treue geantwortet. Ich habe das Vertrauen, dass er für mich einen wunderbaren Weg vorbereitet hat. Die Diakonenweihe bedeutet für mich, mich völlig in die Hände Gottes zu überlassen, denn ich habe erfahren, dass nur er meinem Leben echten Sinn geben kann.“

Stephan Komischke (36), aus der Pfarrei „Judas Thaddäus“, Berlin-Tempelhof, wuchs ebenfalls als Einzelkind in einem katholischen Elternhaus auf. Nach dem Abitur und dem Grundwehrdienst studierte er Rechtswissenschaft mit dem Schwerpunkt Wirtschafts-, Unternehmens- und Steuerrecht an der FU Berlin und an der University of Essex im englischen Colchester. In dieser Zeit wurden in ihm die Sorge um Gesellschaft und Kirche sowie die Sehnsucht größer, als Priester den Menschen Gott näher zu bringen. Nach erfolgreichem Abschluss des Erststudiums und der Annahme als Priesterkandidat im Juni 2012 absolvierte Stephan Komischke das Magister-Theologiestudium an den Standorten Erfurt und München. Ebenfalls schloss er im Juli 2019 das Lizentiatsstudium des Kanonischen Rechts in München ab. Seit September 2019 absolviert er den Pastoralkurs und ist während dieser Zeit im Pastoralen Raum im Nordosten Berlins eingesetzt. Zu seiner Berufung schreibt er:
„Das Leben ist schön! Ich stehe immer wieder dankbar und staunend auf. Durch Jesus Christus habe ich die Zuversicht, dass ich nicht zum Tode verurteilt bin. Gott liebt uns so sehr, dass er uns mit diesem Leben in aller Freiheit in die ewige Gemeinschaft mit ihm einlädt. Getroffen vom Glück des Lebens in Vorfreude, will ich meine Stunden nutzen, es zu teilen.“

Dr. Marco Pulcini (41), aus der Pfarrei „Santa Francesca Romana“ in Rom (Italien) wuchs mit zwei älteren Brüdern im katholischen Elternhaus in Monte Porzio Catone bei Rom auf. Er gehört dem neokatechumenalen Weg an. Nachdem er die Diplomarbeit in Philosophie abgeschlossen hatte, unterrichtete Marco Pulcini zunächst als Lehrer in einem Salesianischen Institut in Frascati. Er trat dann ins Priesterseminar Redemptoris Mater in Rom ein, wo er das Theologiestudium begann, dass er dann in Berlin fortführte. Während der vom neokatechumenalen Weg vorgesehenen Itineranz-Zeit in Chemnitz und in den Niederlanden, promovierte er an der Päpstlichen Universität Lateranensis im Vatikanstaat, und erhielt 2018 den Doktortitel in Philosophie.
Seit September 2019 absolviert er den Pastoralkurs und ist während dieser Zeit im Pastoralen Raum Schöneberg-Tiergarten-Süd eingesetzt. Zu seiner Berufung schreibt er:
„Es war während meiner Erasmuszeit 2006 in Berlin bei einem Gottesdienst in der Sankt Hedwigs-Kathedrale. Ich fragte mich, ob Gott mich auch in seinen Dienst ruft. Die Antwort fand ich auf dem Titel eines Heftes mit unterschiedlichen Berufungserfahrungen: ‚Du aber … folge mir nach!‘ Ich kann heute bezeugen, was das Evangelium sagt: ‚Wenn einer mir dienen will, folge er mir nach; und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein‘ (Joh 12,26).“