Pressemeldung

„Wir werden nicht zulassen, dass der Hass auf das Judentum, sein Ziel erreicht, unsere Gesellschaft zu spalten!"

Erzbischof Koch zeigt sich bestürzt von den schrecklichen Nachrichten aus Halle: „Es lässt mich verzweifeln, dass immer noch Juden bei uns nicht in Frieden und ohne Angst leben können. Ich stehe an der Seite unserer jüdischen Nachbarn und trauere mit ihnen.“

Bischof Dr. Markus Dröge und Erzbischof Dr. Heiner Koch hatten am 26. September 2019 zu den hohen jüdischen Feiertagen Rosh Ha-Shana und Yom Kippur gratuliert. In einem entsprechenden Schreiben heißt es wie folgt:

"Aus Anlass der hohen jüdischen Feiertage, die unmittelbar bevorstehen, übermitteln wir Ihnen, Ihren Familien und Gemeinden im Namen der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz sowie des Erzbistums Berlin unsere von Herzen kommenden Glück- und Segenswünsche.

Rosh Ha-Shana und Yom Kippur sind eine Einladung zur Besinnung auf die ersten und auf die letzten Dinge, zum Nachdenken über den Ursprung und über das Ziel unseres Leben und unserer Welt. Der Schöpfungstag ist der Tag der Aussaat und des Neuanfangs. Der Gerichtstag ist der Tag der Ernte und der Vollendung. Die Bibel verwendet in diesem Zusammenhang gerne das Bild des Weinbergs. Vor wenigen Tagen haben jüdische und christliche Gläubige gemeinsam Gottes Segen für den „Königlichen Weinberg“ in Potsdam erbeten, der in diesem Jahr seinen 250. Geburtstag feiert. Ein wunderbares Zeichen von großer Tiefe! Wieviel Geduld und wie viele helfende Hände erfordert das Säen, Pflegen und Ernten in einem solchen Garten. Der heute durch die Mosaik-Werkstätten betriebene „Königliche Weinberg“ versteht sich dabei als ein inklusives Projekt, in das möglichst viele und möglichst unterschiedliche Menschen mit einbezogen werden sollen. Was im Kleinen gilt, das gilt auch im Großen: Nur wenn wir eng zusammenhalten, wird es gelingen, dass der Weinberg, den so viele gemeinsam angelegt haben und kultivieren, dass unsere vielfältige und bunte Gesellschaft nicht durch wenige verwüstet und verödet wird.

Wir christlichen Kirchen werden, liebe jüdischen Freundinnen und Freunde, nicht zulassen, dass Hass gleich welcher Art, insbesondere aber der Hass auf das Judentum, sein Ziel erreicht, unsere Gesellschaft zu spalten!

Wir freuen uns auf alle Begegnungen mit Ihnen im Neuen Jahr 5780. Möge es Ihnen Glück und Gesundheit, Sicherheit und Frieden bringen. Leschana towa tikatewu wetechatemu!"