Radiowort

Tolle Erfindung: Kino und Fernsehen

16. Februar 2018 Erzbischof Dr. Heiner Koch

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Millionen von Zuschauern verfolgen in diesen Tagen wieder Woche für Woche die Abenteuer der Nonnen von Kaltenthal. Es gibt sie nicht im wirklichen Leben, sondern nur als Serie im ARD-Fernsehen. Genauso wie den unkonventionellen Pfarrer Sankt Maik auf RTL, der als falscher Priester viel Gutes tut für seine Gemeinde.

Pfarrer und Nonnen sind im Fernsehen beliebt. Denn sie nehmen die Zuschauer mit in eine Welt, in der stets das Gute siegt. Natürlich, es sind Klischees, ausgedacht von Drehbuchautoren. Fiktion eben, aber dennoch von Bedeutung. Denn die Fantasiegeschichten verkörpern eine Erwartung: dass das Leben so sein könnte, so sein müsste, wie im Film. Mit aufopferungsvollen Ordensfrauen und stets hilfsbereiten Seelsorgern, die einfallsreich und unkonventionell handeln, immer auf der Seite der Armen und Entrechteten.

Film und Alltagsrealität sind nicht dasselbe. Aber sie haben viel miteinander zu tun. Filme können uns in eine neue Wirklichkeit hinein nehmen. Wir können die Welt darin anders sehen, mit neuen Augen. Filme und Serien schockieren, rühren uns zu Tränen oder sind einfach nur gute Unterhaltung.

Das Fernsehen und sein großer Bruder, das Kino, sind tolle Kultur-Erfindungen. Das  wird in diesen Tagen wieder deutlich, wo sich Filmschaffende aus aller Welt zur Berlinale eingefunden haben. Viele Beiträge, die auf der Berlinale zu sehen sind, widmen sich tiefen existentiellen Fragen. Sie handeln von Glück und Erfüllung, Schuld und Vergebung. Sie fragen nach dem Rätsel des Menschen und geben Antworten auf das Geheimnis seiner Existenz.

Religions- und Glaubensthemen spielen in Spielfilmen und Dokumentationen häufig eine tragende Rolle. Deshalb wissen wir es sehr zu schätzen, dass auch Vertreter der Kirchen auf der Berlinale als Jurymitglieder eingeladen sind. Sie sichten in diesen Tagen hunderte von Produktionen und geben Empfehlungen für besonders sehenswerte Filme. Ich bin gespannt, welcher Beitrag in diesem Jahr den Preis der Ökumenischen Jury bekommt.

Ihnen allen wünsche ich einen gesegneten Sonntag.

Wort des Bischofs

vierzehntägig samstags, 9.50 Uhr

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